Mittwoch, den 23. Januar 2008


Leider verlassen wir heute schon wieder Stellenbosch, wo es uns ausgezeichnet gefallen hat. Insbesondere unsere Bed-and-Breakfast-Unterkunft war sehr schön, mal sehen, was uns heute erwartet.
Doch bevor wir uns auf die Fahrt in die Little Karoo (eine Halbwüste im Landesinneren) begeben, müßen wir doch noch eine letzte Weintour machen und zwar zum "Bergkelder"-Weingut. Es liegt direkt am Ortsrand von Stellenbosch und das Besondere an ihm ist, dass dieses Gut einen großen Weinkeller besitzt, der in einen Berg geschlagen wurde und sehr sehenswert sein soll.

Weintour durch das Bergkelder

Dort angekommen, erfahren wir, dass dieses Weingut teil einer riesigen Weinproduktionsfirma ist, der 10. größten in der Welt und auch andere Produkte, wie z.B. Amarula zum Sortiment gehört. Die Trauben, die in der Nähe von Stellenbosch verarbeitet werden, kommen zwar alle aus Südafrika, aber direkt am Weingut selbst gibt es keine Rebstöcke. Da die Erntezeit gerade beginnt in Südafrika sehen wir dann auch prompt, wie riesige LKW Trauben anliefern, die dann sofort in eine Presse kommen. Daniela, unsere Führerin deutscher Herkunft leitet unsere Gruppe von ca. 15 Personen daher zunächst in die Produktionshalle. In einer riesigen Halle - um ein mehrfaches größer als bei Vergelegen - lagern in vier Reihen übereinander die Holzfässer und zeigen, dass hier wirklich viel produziert wird. Anschließend erfahren wir noch etwas über die Produktion von Korken, die aus der Rinde der Korkeiche gewonnen werden. Über 50% der Korkeichen wachsen in Portugal, bevor sie das erste Mal Weinkorken produzieren vergehen fünfzig Jahre! Versuche, die Korkeiche auch in Südafrika heimisch zu machen, scheiterten an dem zu warmen Klima.
Danach sehen wir noch einen Film, der uns die Geschichte des Weinanbaus am Kap näher bringt und auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann.

Auf dem Weingut gibt es zwar keine Reben, aber interessante Bäume
Auf dem Gelände des Bergkelder-Gutes gibt es zwar keine Reben, aber interessante Bäume...

Am besten gefällt uns an der Führung aber dann wirklich die Vinothek, ein riesiges System von Weinlagerhallen, die in einen Berg hineingebaut wurden. Hier lagern sowohl die Weine, die das Weingut selbst herstellt als auch Weine von Privatpersonen, die die idealen Weinlagerbedingungen anmieten und Ihre Weine dort bis zur Trinkreife lagern. Wir selbst dürfen dann in diesem Keller die aktuelle Kollektion der produzierten Weine probieren.

Der Weinkeller des Bergkelder Weingutes

Das Ambiente hierzu ist sehr schön und leider müssen wir ja noch Autofahren, so dass wir uns sehr zurückhalten. Lecker fanden wir den Chenin Blanc und den Cabernet Sauvignon (es werden nur rebsortenreine Weine produziert) und einen Portwein vom angeschlossenen Weingut mit dem klangvollen Namen "Allesverloren", er dadurch entstanden ist, dass zuvor durch einen Brand sowohl das Weingut, als auch die Reben verloren wurden.

Nach zwei Stunden machen wir uns dann auf die Fahrt nach Oudtshoorn. Wir wollen über die "Route 62" dorthin fahren, eine landschaftlich sehr schöne Strecke, die mittlerweile durch den Neubau einer Autobahn nicht mehr so stark frequentiert ist. Die Bezeichnung als "Route 62" möchte Assoziationen wecken zur "Route 66" in den USA, die uns jedoch eigentlich überhaupt nicht gefällt und wir ihr niemals für eine längere Strecke folgen würden. Wir hoffen also, dass es in Südafrika besser ist.

Die Landschaft ist sehr schön, viele hohe schroffe Berge und obwohl es sich bei der Little Karoo um eine "Halbwüste" handelt, sind die halbhohen Büsche und die Berghänge recht grün. Die Straße ist in einem exzellenten Zustand und wir begegnen nur wenigen Autos. Dafür sehen wir zwei Paviane am Straßenrand, ein für Deutsche ja recht ungewöhnlicher Anblick.

Impressionen von der Little Karoo und Route 62

Impressionen von der Little Karoo und Route 62

Impressionen von der Little Karoo und Route 62
Impressionen von der Route 62 und der Little Karoo

Wir passieren mehrere Ortschaften: Montagu, Robertson, Barrydale, Ladismith und Calitzdorp. Um Robertson herum ist ein weiteres Zentrum des südafrikanischen Weinanbaus und bei Barrydale halten wir am Weingut "Joubert Tradouw", wo wir uns ein leckeres Sandwich kaufen und direkt hinter dem Verkaufsraum riesige Stahltanks sehen. Arbeiter schwärmen aus, auch hier scheint die Weinlese zu beginnen. Kurz vor Oudtshoorn sehen wir die riesigen Weiden der Strauße für die Oudtshoorn bekannt ist. Einige Strauße stehen direkt an den Zäunen und schauen auf die Straße, ein lustiger Anblick.

In Oudtshoorn wartet wieder eine sehr nette Unterkunft auf uns. Wir bekommen ein riesiges Zimmer mit Balkon und eigenem Eingang, alles ist sehr liebevoll gestaltet. Die Besitzerin des Bed-und-Breakfast ist sehr nett, auf Ihre Empfehlung hin gehen wir in das Restaurant "Jamima". Der reservierte Tisch auf der Terrasse ist schön, das Essen im Gegenwert von wenigen Euros ist sterneverdächtig. Joachim probiert erstmalig Strauß und Springbock, beides lecker. Gut, dass wir morgen uns bei der Tour durch die große Tropfsteinhöhle "Kango Caves" ein wenig bewegen müssen.....






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