Freitag, 25. Januar 2008


Nach einem tollen Frühstück müssen wir nun leider auch diese Unterkunft verlassen. Wie auch in Stellenbosch zuvor sind wir sehr herzlich empfangen worden, haben erstklassig gewohnt und durften uns über persönliche Tipps und Empfehlungen freuen.

Heute soll es dann ja auf die berühmte "Garden Route" gehen, von der wir schon so viel gehört haben und auch in Südafrika wurde immer geschwärmt, wie toll es dort und insbesondere der Ort Knysna sei. Wir sind also wirklich gespannt.
Auf dem Weg nach George (einem der ersten Orte auf der Garden Route direkt an der Küste) müssen wir noch einmal einen Berpaß in grandioser Landschaft überwinden.  Unser Toyota Yaris gibt alles, ist jedoch anscheinend so schwach motorisiert, so dass wir sogar von einem LKW überholt werden, auf dessen Ladefläche einige Menschen sitzen.
Bei dem kleinen Städtchen "Wilderness" sehen wir zum ersten Mal das Meer.

Danach führt die Straße für viele Kilometer durch eine lagunenähnliche Landschaft mit flachen Gewässern, Seen und Gräsern bevor wir schließlich Knysna erreichen. Unser Guest House liegt an der Main Street, wir können es also nicht verpassen. Unser Reiseführer hatte es als "romantische afrikanische Unterkunft mit exzellentem Preis-Leistungsverhältnis" angepriesen und hat hier nicht gelogen. Alle Zimmer liegen in kleinen Holzhäuschen in einem tropischen Garten und es ist so geschickt gebaut, dass das winzig kleine Grundstück optimal ausgenützt wird.


Unser Guesthouse in Knysna

Wir hatten geplant, mit einer historischen Dampfeisenbahn durch die Lagunenlandschaft zu fahren, aber erfahren, dass durch ein Unwetter vor einiger Zeit die Strecke nicht mehr funktionstüchtig ist. Schade!! Da wir so spontan bei vorgerückter Zeit spontan kein anderes Programm haben, beschießen wir, dem "Knysna Elephant Park" einen Besuch abzustatten. Ob es mit dem gestrigen Erlebnis mithalten kann?

Der Elephant Park ist kein Zoo, sondern ein sehr weitläufiges Gebiet, wo verwaiste oder sonstige hilfsbedürftige Elephanten ein Zuhause finden. In Knysna selbst gab es bis Anfang des 20. Jahrhunderts die südlichste wilde Elephantenpopulation Afrikas, die jedoch rigeros nahezu vollständig ausgerottet wurde. Mittlerweile hat sich durch Einrichtungen wie der Knysna Elephant Park die Anzahl der Tiere jedoch so gut erholt, dass nun das Problem der Überbevölkerung eingetreten ist, da Elephanten sehr viel Futter benötigen.

Nach einer ausführlichen Einweisung, was wir auf keinen Fall tun dürfen, fahren wir mit einem offenen Wagen begleitet von einem Guide mitten auf das Gelände und sehen nach kurzer Zeit eine Elephantenkuh und ein Elephantenbaby. Nun sind alle aus dem Häuschen, der kleine Elephant ist einfach zu niedlich.

Knysna Elephant Park

Am nächsten Stopp ist für uns Arbeit angesagt, Eimer mit Obst müssen nun an den Elephanten oder die Elephantin gebracht werden. Wir haben in Asien schon einmal (asiatische) Elephanten gefüttert und wissen, dass dies viel Spaß macht, aber als die Elephanten völlig frei zu uns kommen und von den Guides nur hinter eine kleine Absperrung geleitet werden, bin ich sehr erstaunt. Die Elephanten sind teilweise riesig (bis zu 4m hoch), kein Vergleich zu den doch kleineren asiatischen Verwandten!

Knysna Elephant Park
Die Elephanten kommen...


Knysna Elephant Park

Nacheinander darf nun jeder unter Aufsicht den Tieren die Obststücke hinhalten, die sie mit dem Rüssel von der Hand aufnehmen, dabei kann man bewundern, wie geschickt sie dabei sind. Als alle Eimer verfüttert sind gehe ich davon aus, dass nun die Tour beendet ist und freue mich schon, dass ich einem so großen Elephanten so nahe gekommen bin. Doch wir sollen nun einfach unter einem großen Baum warten als noch mehr Guides kommen und die Tiere in unsere Richtung lenken. Unsere Gruppe steht nun direkt vor der Elephantenherde und wir sind sprachlos. Die Tiere sind offensichtlich recht entspannt, einige, die nicht mehr wollen, gehen einfach zurück auf die Weide. Alle anderen bekommen ab und zu ein Leckerli und die Touristen erfahren noch mehr wissenswertes über die Tiere und die teilweise traurigen Vorgeschichten der einzelnen Elephanten.

Knysna Elephant Park
Näher kann man einem Elephanten wohl nicht mehr kommen.

Alle dürfen wenn sie wollen, die Elephanten streicheln, aber wer möchte nicht? Die Haut fühlt sich sehr dick und rauh an, ein noch sehr junger Elephant hat richtige Borsten auf der Stirn. Insgesamt stehen wir bestimmt 20 Minuten bei den Tieren und jeder bekommt die Chance, sie genau zu sehen. Danach gehen sie so, wie sie gekommen sind, wieder auf die Weide, unvergesslich.

Knysna Elephant Park

Knysna liegt an einem natürlichen Hafen, zwei große Felsen ("Heads") bilden eine schmale Einfahrt. Wir fahren zu einem empfohlenen Restaurant genau am östlichen Head und sehen wie die Sonne untergeht. Knysna ist wirklich schön.
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