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Südafrika Home Januar 2008 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Februar 2008 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Gästebuch USA 2007 | Freitag, 01. Februar 2008 Unser Bed-&-Breakfast ist ohne "Breakfast", aber das ist kein Problem, denn direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt ein Supermarkt und ein kleines Einkaufszentrum mit einem kleinen Coffeeshop, in dem wir einen guten italienischen Kaffee bekommen (und endlich mal keine gebratenen Eier zum Frühstück...). Anschließend deponieren wir unser Gepäck im Büro unserer Unterkunft und machen uns auf den Weg zu unserer Bootstour auf der Lagune. St. Lucia wurde 1999 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt und der erste Blick auf den Salzsee läßt uns das sofort verstehen. Der See ist riesig, am Ufer stehen tolle afrikanische Bäume und grüne Gräser; eine Savannenlandschaft, so schön wie im Bilderbuch! Mit uns besteigt noch ein Reisegruppe aus Österreich das kleine Schiff, sie werden kurz vor der Abfahrt noch aus einem riesigen Bus ausgeladen. Unser Boot ist nun zügig ausgebucht und wir legen ab. Der St. Lucia-See verläuft parallel zu Küste und ist sehr schmal und viele Kilometer lang, dafür im Durchschnitt aber nur 1.5m. Wir befahren ihn in nördlicher Richtung und nach wenigen Minuten sehen wir im dichten Schilf bereits ein Krokodil (es wird das einzige bleiben, was wir heute sehen werden). Nach wenigen Minuten sehen wir vor uns dunkle Punkte im Wasser, die aussehen wie Steine. Beim Näherkommen ist klar, es sind Nilpferde! ![]() Hochgefährliche "Steine" im Fluß... Wir gleiten langsam bis auf wenige Meter an sie heran und dies wird von ihnen mit einem tiefen Grunzen quittiert. Einige tauchen unter, sie können es einige Minuten unter Wasser ohne Luftholen aushalten. Ihr Kopf ist aber so konstruiert, dass sie auch sonst fast komplett im Wasser stehen können und nur Augen und Nase herausschauen. ![]() ... aber wenn man näher kommt, sieht man, dass es sich um Nilpferde handelt Nilpferde sind nachtaktive Tiere, die dann Unmengen von Gräsern futtern, tagsüber stehen sie im Wasser und schlafen. Und tatsächlich sehen die Hippos recht entspannt aus. Kaum zu glauben, dass sie als die aggressivsten und gefährlichsten Tiere Afrikas gelten. Na ja, es ausprobieren und aus dem Boot fallen wollen wir lieber nicht! Hippos leben in kleinen Verbänden, und tatsächlich kommt alle paar hundert Meter eine neue Gruppe in Sicht. Wir sind begeistert!! ![]() Das sieht doch ganz entspannt aus Auch die zahlreichen Wasservögel, die am Ufer leben sind sehr eindrucksvoll. Wir sehen viele wunderschöne Reiher, einen sogenannten "Nimmersatt" (ich dachte immer, das wären wir...) und einige Fischadler. Einer der Fischadler fischt mit seinen Füßen direkt vor uns einen Fisch aus dem Wasser, unglaublich, welch gute Sehkraft sie haben müssen, das Wasser ist recht trübe, wir können hier zumindest keine Fische ausmachen! ![]() Wunderschöne Wasservögel: Links der Purpurreiher (riesiger Vogel, der drittgrößte flugfähige Vogel in Afrika, kann 1,40m hoch werden) und rechts der Nimmersatt (keine Ahnung, warum er so heißt) Nach zwei Stunden ist die Bootsfahrt leider schon vorbei. Für uns steht jetzt die Fahrt zum Hluhluwe Nationalpark an, aber wenn wir noch einmal nach St. Lucia kommen sollten, würden wir auf alle Fälle eine Bootsfahrt am Nachmittag / frühen Abend machen, denn wenn die Sonne über dieser gigantischen Savannenlandschaft untergeht, das muß einfach grandios sein. Auf die zwei Tage im Hilltop Camp des Hluhluwe-Parks sind wir schon sehr gespannt, es gilt als eine der schönsten Unterkünfte in südafrikanischen Nationalparks! Besonders gespannt sind wir, ob es uns gelingen wird, ein Nashorn zu sehen. Die Chancen hierfür stehen wohl nicht schlecht, denn in diesem Park gibt es weltweit die höchste Dichte an Rhinos, neben über 2.000 Breitmaulnashörnern, leben dort auch knapp 300 von den bedrohten Spitzmaulnashörnern. Diese Unterscheidung ist uns aber nicht so wichtig, wir würden uns riesig freuen, wenn wir überhaupt irgendeines sehen! ![]() Die Landschaft ist bereits vor dem Nationalpark wunderschön anzusehen, leuchtend grüne Hügel wohin man schaut. Wir fahren über das Memorialgate in den Park hinein. Ab hier ist nur noch eine Geschwindigkeit von maximal 40km/h erlaubt und wir halten auch schon fleißig Ausschau, ob wir nicht das eine oder andere Tier sehen können, aber die Vegetation ist sehr viel dichter als noch im Addo Elephant Park und wir sind nicht erfolgreich und sehen kein Tier bis wir am Camp ankommen. Vor allem Joachim ist sehr skeptisch, ob man hier ob der dichten Vegetation tatsächlich Rhinos wird sehen können. Na ja, an der Rezeption buchen wir schon einmal eine Safarifahrt ("Game Drive"), die um 17:00 Uhr beginnt und drei Stunden dauern wird. Das Hilltop Camp selbst liegt wie der Name verät, direkt auf einem der Hügel des Parks und bereits von der Rezeption und dem Restaurant hat man eine phantastische Fernsicht. Das mit der "schönsten Unterkunft" (Zitat unseres Reiseführers) kommt wohl hin. Unsere Unterkunft selbst übertrifft nochmals unsere Erwartungen, ein riesiges Zimmer mit Kühlschrank, großem Fenster und einem tollen Balkon, von dem wir ebenfalls einen tollen Weitblick über den Park haben. Da werden wir doch gleich mal das Fernglas bemühen! ![]() Das ist der Blick aus unserem Zimmerfenster, nicht schlecht, oder? Da wir einen Wasserkocher und löslichen Kaffee vorfinden, kaufen wir uns im Supermarkt ein Eis und machen es uns auf unserem Balkon gemütlich und sehr schnell ist es fünf Uhr und wir brechen auf zu unserer Tour. Vor der Rezeption stehen bereits fünf Safariwagen und alles ist sehr gut organisiert. Wir werden auf die einzelnen Wagen verteilt und obwohl bei uns neun Passagiere mitfahren könnten, sind wir alleine mit einem weiteren Ehepaar aus Deutschland. Unser Guide heißt "Sfozi" und strahlt eine echte Begeisterung für die Tierwelt des Parks aus und nach einigen Minuten sehen wir dann auch tatsächlich das erste Tier, ein Blue Wildebeest (Streifengnu) und erfahren Wissenswertes über dieses Tier, wie es zu dem Namen "Gnu" kam (wegen des typischen Geräusches, welches das Tier macht), dass die Zulu ihnen magische Kräfte zuschreiben und dass es die zweifelhafte Ehre hat, ein Teil der "Ugly 6" zu sein. Wir finden es aber überhaupt nicht so häßlich, es hat tolle Augen mit langen Wimpern und ein schönes Fell. ![]() Hurra: Wir sehen das erste Tier. Ein Streifengnu (Blue Wildebeest) An einem Nyala-Kadaver (eine häufige Antilopenart) schauen wir, ob sich vielleicht Raubtiere eingefunden haben, aber außer einem Geier, der in einem benachbarten Baum die Szenerie beobachtet, sehen wir nichts. ![]() Auch Geier (Whiteblack Vulture) können ganz hübsch aussehen Wir biegen daraufhin auf eine Schotterpiste ab und stoppen abrupt, als wir direkt hinter der Kurve ein Nashornpärchen (Mutter mit ca. 4 Jahre altem Kalb) auf der Piste stehen sehen. Ein weiteres Auto hatte schon vor uns angehalten. ![]() Straßenblockade!!! Uns hat´s gefreut. Wir halten natürlich sofort an und wir sind hellauf begeistert, aber auch ein wenig besorgt, da die beiden nur wenige Meter vor uns sind und sehr bullig sind. Sie stehen wie angewurzelt dort, nur die spitzen Ohren wenden sich in alle Richtungen. Unser Guide erklärt, dass die Tiere sehr kurzsichtig sind und uns nur sehr verschwommen sehen können, und daher vor allem auf Geräusche und Geruchssinn angewiesen sind. Anscheinend werden wir als nicht besorgniserregend eingestuft und wir dürfen uns die schönen Tiere einige Minuten ansehen, bevor sie sich langsam über die Straße bewegen und schließlich im seitlichen Gehölz verschwinden, unvergesslich. ![]() Breitmaulnashörner (White Rhino), sie halten den Kopf typischerweise immer so nach unten und waren sehr friedlich Wir fahren weiter und sehen einige Antilopen, darunter nochmals Kudus wie bereits im Addo Elephant Park und Nyalas, von denen wir erfahren, dass sie nur im Nordosten von Südafrika vorkommen, da sie sehr kälteempfindlich sind und nur im Nordosten des Landes auch im Winter die nötigen warmen Temperaturen herrschen. In der Ferne sehen wir einen einsamen Büffelbullen, der gefährlich ist, aber zum Glück ja weit weg ist. Unser Guide macht uns auf eine Giraffe aufmerksam, die in weiter Ferne dadurch sichtbar ist, dass ihr Kopf und Teile vom Hals über den Baumwipfeln herausragt, ein toller Anblick. Nach einer weiteren Kurve steht wieder ein Rhino auf der Straße, dieses Mal aber ein einzelner Nashornbulle. Er ergreift jedoch vor unserem Auto die Flucht und anstatt sich seitlich in die Büsche zu schlagen, läuft er vor uns auf der Straße davon, wobei er im Zick-zack läuft (weil er seitliche Augen hat und uns nur so mit seiner begrenzten Sehkraft etwas wahrnehmen kann), was sehr lustig aussieht, er aber trotzdem für ein so massiges Tier eine erstaunliche Geschwindigkeit erzielt. Schließlich biegt er dann aber doch in großem Bogen auf eine seitliche Lichtung ab und verschwindet im Unterholz. Wir sind begeistert, unser Guide auch. Die Begeisterung steigt, als wir die Spuren einer Puffotter im Sand sehen (die hochgiftige Schlange ist zum Glück nicht mehr da) und schließlich sogar eine schwarze Mamba vor unserem Fahrzeug über die Straße huschen sehen (leider haben wir hiervon kein Foto, es ging einfach so schnell!). Es ist ebenfalls eine sehr hochgiftige Schlange und sie sie war sehr groß und dick. Eigentlich ist diese Schlangenart sehr scheu und unser Guide erzählt mir anschließend, dass er selbst bisher noch nie eine in der Wildnis gesehen hat. So sind alle zufrieden und die Begeisterung steigt, als wir noch einige Giraffen in dichter Entfernung sehen, eine läuft direkt vor unserem parkenden Auto über die Straße, ein majestätischer Anblick. ![]() Interessanterweise wird es nach Sonnenuntergang ziemlich kalt, aber wir gehen nun weiter mit einer Lampe auf Tierschau und fahren auch noch mal an den Ort, wo vor kurzem noch der Nyala-Kadaver gelegen hat. Er ist nun verschwunden. Unser Guide vermutet, dass wohl Hyänen ihn sich geholt haben und ins Unterholz gezogen haben. Also keine Großkatze...schade. Wir lauschen noch etwas mit ausgeschaltetem Motor in der Dunkelheit, aber können auch keine Schmatzgeräusche hören, so dass wir uns auf den Weg zurück ins Camp machen. Eine Straußenfamilie kreuzt unseren Weg und wir erfahren, dass jeweils ein Männchen mit seinem Harem gemeinsam unterwegs sind. Wir sehen ein Männchen mit gleich fünf Weibchen und einige Jungtiere. Strauße kämpfen nicht um Weibchen, sondern derjenige, der am besten tanzen kann, bekommt die meisten Weibchen. Dieser Strauß war wohl ein guter Tänzer... Im Restaurant ist "Afrikanischer Braai (=Grillabend)" und nach soviel Erlebnissen schmeckt das Essen besonders gut und freuen uns auf morgen, da wollen wir um 5:00 Uhr wieder an einer Pirschfahrt teilnehmen. ...und als kleine Gedächtnisstütze für uns: Tiere, die wir heute gesehen haben... In St. Lucia: Krokodil, Nilpferde, Bee-Eater(?, kleiner gelber Vogel baut interessante runde Nestern an Schilfhalmen), Grey Heron (Graureiher), Purple Heron (Purpurreiher, 3.größter Vogel Afrikas), Greategret (Silberreiher), Nimmersat, Pied Kingfisher (Graufischer), African fish eagle (Schreiseeadler In Hluhluwe: Blue Wildebeest (Streifengnu), Nyalas, Kudus, Breitmaulnashorn (White Rhino; Kuh mit ca. 4jährigem Kalb, 2x Bullen (Einzelgänger)), einzelner, entfernter Büffelbulle, Spur einer Puffotter, von einem Elefanten umgestoßener Baum, Giraffen, Impala, Warzenschwein (Warthog), schwarze Mamba, Whitebacked Vulture (Weißrückengeier), Scrub hare (Buschhase; ungewöhnlich in Helligkeit), Large-spottet genet (Großflecken-Ginsterkatze), Straußenfamilie, nachtaktiver Vogel (Name vergessen) | |
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