Montag, 04. Februar 2008



Nach einem tollen Frühstück bei unserer deutschen Gastgeberin im "Haus Schmidt" begeben wir uns auf die vergebliche Suche nach einem Intenetcafe in Nelspruit, wo man mit dem eigenen Laptop ins Netz gehen kann. Wir besuchen anschließend ein riesiges indisches Stoff- und Haushaltswarengeschäft, welches ein hochmodernes Ambiente hat, aber die schönen Handtücher mit den Stickereien der "Big Five", die uns so gut gefallen haben, konnten wir nicht finden. Na ja, nichtsdestotrotz ist Nelspruit ein hübscher Ort!

Auf der N4 erreichen nach einer knappen Stunde den südwestlichen Eingang des Krüger Nationalpark "Malelane". Nach kurzen Formalitäten beim Eingang (Entrichten der Nationalparkgebühr) machen wir uns auf den Weg zum Camp "Berg-en-Dal", in dem wir bereits in Deutschland eine kleine Hütte online reserviert haben.

Einfahrt in den Krüger-Nationalpark (Malelane Tor)
Einer der vielen Eingänge zum Krüger Nationalpark, hier das "Malelane Gate"

Warthog am Malelane Tor
Direkt am Gate begrüßt uns bereits das erste wilde Tier, ein Warzenschwein ("Warthog"), der friedlich das spärlich Gras neben unserem Auto futterte 



Unsere Erwartungen an den Krüger Nationalpark sind eher niedrig: Unseren vielen Reisebüchern über Südafrika konnten wir im Vorfeld bereits entnehmen, dass der Sommer (= Regenzeit mit dichter Vegetation) eine denkbar schlechte Zeit für Tierbeobachtungen sei. Wir haben dann auch tatsächlich überlegt, ob wir überhaupt in den Krüger Park fahren sollen, aber Südafrika ohne Krüger Park, das ist einfach undenkbar!! Selbst wenn wir keine Tiere sehen, die Landschaft soll ja auch grandios sein... Der Krüger Park selbst ist ebenfalls beindruckend groß und weist eine Größe von ca. Baden-Würtemberg auf!  Doch wir sind sehr glücklich: Bereits nach fünf Minuten Fahrzeit im Park liegt einige Meter neben der Straße unter einem Baum dieses gewaltige Nashorn! Na, da werden wir jetzt auf den folgenden Kilometern unsere Augen noch mehr auf den Straßengraben richten!


Nashorn im Krüger Nationalpark
Dieses Prachtexemplar eines Rhinobullen haben wir direkt nach der Einfahrt in den Krüger Park gesehen


Und tatsächlich nach nur wenigen weiteren Minuten sehen wir einen Elefanten, der das saftige Gras futtert. Zum Beobachten der Tiere hält man einfach am Straßenrand an. Die nachfolgenden Autos wissen nun auch, dass hier etwas zu sehen ist und halten dann auch meist ebenfalls an. So haben alle etwas davon und der Elefant zeigte sich auch völlig ungerührt von den Autos in unmittelbarer Nähe.

Elefant im Krüger Nationalpark

Das Camp "Berg-en-Dal" liegt idyllisch in einer hügligen Landschaft im Südwesten des Krüger Parks. Die Backsteinhütten sind rustikal und liegen sehr schön im Schatten vieler afrikanischer Bäume. Wir bekommen eine Hütte direkt an der Außengrenze des Camps und blicken nun von unserer Terrasse auf einen riesigen Elektrozaun, der uns vor den wilden Tieren im Park schützen soll.  Wir fühlen uns ein bißchen wie in "Jurrassic Park".

Beim Einchecken zuvor stellte sich leider heraus, dass unsere Reservierung für den "Sunset Game Drive" nicht geklappt hat. Alternativ können wir aber an der "Nachtfahrt" ab 18:30 Uhr teilnehmen. Die nette Dame am Empfang ergatterte dann aber schließlich noch eine Reservierung für den "Sunsetdrive" für morgen abend im Satara Camp, wenigstens etwas...

Berg-en-dal Camp im Krüger Nationalpark
Unsere Unterkunft im "Berg-en-Dal Camp"


Da wir noch etwas Zeit haben bis die Nachtpirschfahrt beginnt, fahren wir zu einem Wasserloch, welches man über eine Schotterpiste in einigen Kilometern vom Camp aus erreichen kann. Hier erhoffen wir uns, dass wir einige Tiere beim Trinken beobachten können. Auf dem Weg dorthin sind wir froh, dass wir einen Geländewagen gemietet haben, denn stellenweise ist die Piste ziemlich ruppig und geht ständig bergauf und bergab. Uns begegnen zahlreiche Impala Antilopen ("Schwarzfersenantilopen"), später erfahren wir, dass es hiervon ca. 250.000 Exemplare im Krüger Nationalpark gibt, eine riesige Anzahl! Die Tiere sind sehr niedlich und treten in riesigen Gruppen auf, nur die Männchen tragen ein kleines Geweih.

Impala im Krüger Nationalpark
Eine Impala-Herde, von den 250.000 Tieren haben wir heute bereits einige Hundert von ihnen schon gesehen!

Impala im Krüger Nationalpark
Und hier noch einmal in "Nahaufnahme"

Wir sehen auch einige Giraffen am Straßenrand. Es sind elegante Tiere, die, wenn man stehen bleibt, neugierig zu unserem Auto schauen. Diese Giraffenherde hatte auch eine kleine Giraffe dabei, niedlich! Am Waterhole selbst treffen wir dann leider keine Tiere an, so dass wir uns auf den Rückweg zum Camp machen. Zeit für unsere gebuchte Nachtpirschfahrt!

Giraffen beim Berg-en-dal Camp im Krüger Nationalpark
Giraffen sind neugierig.

Die Tierbeobachtungsfahrten werden vom Nationalparkservice organisiert und durchgeführt. Zehn Minuten vor Abfahrt werden wir zu unserem Safariwagen gebracht und pünktlich fahren wir um 18:30 Uhr los. Die Camps schließen um diese Uhrzeit ihre Tore und alle privaten Fahrzeuge müssen zu dieser Zeit entweder in einem Camp sein oder den Park verlassen haben. Wir haben also die Straße ganz für uns alleine. Die Sonne geht langsam unter und um kurz nach 19:00 Uhr ist es nach einer sehr kurzen Dämmerung stockdunkel. Zuvor sehen wir aber noch einige Tiere in der Dämmerung: Einen Elefanten, eine weibliche Kuduantilope und ein Warzenschwein mit riesigen Hauern.


Tiersichtungen auf dem "Night Game Drive"
Links: Weibliches Kudu, rechts: Warzenschwein (beeindruckende Zähne!!!)


Danach wird es ziemlich ruhig. Jeweils ein Passagier auf der linken und rechten Wagenseite bekommt eine starke Lampe in die Hand gedrückt und leuchtet während der Fahrt kontinuierlich die Umgebung ab. Mich trifft auf Grund meines Sitzplatzes links hinter dem Fahrer diese Aufgabe und ich versuche so gut wie möglich alles abzuleuchten. Rodney, unser Guide ist verwundert, dass wir trotz intensivster Suche kein Tier auffinden. Hoffentlich mache ich auch nichts falsch beim Ableuchten der Umgebung! Ich gerate schon ein wenig ins Schwitzen und leuchte, leuchte und leuchte so gut ich kann. Wir fahren an eine Stelle, wo üblicherweise Nilpferde in der Nacht grasen, aber weit und breit kein Hippo. Schade!! Das wäre bestimmt ein genialer Anblick gewesen, diese riesigen Tiere auf einer Wiese! Na ja, aber wir sind schließlich nicht in einem Zoo und die Tiere können dahinziehen, wohin sie wollen. Außer einigen Eulen und ein paar kleinen Hasen, die wie wild vor unserem Fahrzeug entlanglaufen und sich hartnäckig unserem Überholvorgang widersetzen, sehen wir auch in den übrigen zwei Stunden der Pirschfahrt kein weiteres Tier mehr.

Wir essen noch im Restaurant unseres Camps (die meisten Gäste kochen wohl selbst, wir sind fast ganz alleine dort) und fallen müde ins Bett. Mal sehen, was der morgige Tag bringen wird, da fahren wir ca. 180km weiter nördlich zum "Satara Camp".

Tiersichtungen auf dem "Night Game Drive"
Eines der wenigen Tiere, die wir auf unserer Nachtfahrt gesehen haben, eine Eule (das Bild sieht vielleicht etwas komisch aus, aber die Eule wurde natürlich mit unserer Lampe beleuchtet, sonst hätten wir sie ja nicht gesehen bzw. fotografieren können....)




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