Dienstag, 05. Februar 2008



Heute wollen wir rund 180 km in nördlicher Richtung im Krüger Park zu unserer neuen Unterkunft, dem "Satara Camp" fahren. Wir stellen den Wecker sehr früh, da wir heute schon zeitig losfahren müssen und planen, das Frühstück auf einer Rast unterwegs einzunehmen. Unsere Unterkunft verfügt zum Glück über einen Wasserkocher, so dass wir uns einen Instantkaffee zubereiten können, bevor wir um 7:00 Uhr das Camp verlassen. Zu dieser Zeit ist es schon richtig taghell, die Sonne geht nämlich bereits vor 5:00 Uhr morgens auf.

Der Krüger Nationalpark verfügt sowohl über geteerte Straßen und Schotterpisten, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 50km/h bzw. 40km/h gilt. Bei dieser Geschwindigkeit ist es aber schwierig, Tiere am Straßenrand zu sehen und so planen wir eine deutlich langsame Geschwindigkeit ein. Wir rechnen also grob mit mindestens sechs Stunden reiner Fahrtzeit. Hat man ein Tier am Straßenrand entdeckt, macht es ja auch viel Spaß, stehenzubleiben und ein wenig zu beobachten, so dass wir wahrscheinlich nicht allzu früh im neuen Camp eintreffen werden.

Neben den Tieren ist die Landschaft im Krüger Nationalpark sehr schön, war es in der Gegend um "Berg-en-dal" noch recht hügelig, so wird es in nördlicher Richtung zunehmend flacher, eine Savannenlandschaft, wie im Bilderbuch!

Zebras im Krüger Nationalpark
Landschaft im Krüger Nationalpark, hier Zebras (und Gnus -unter den Bäumen in der Mitte-) in der Nähe des Camps "Berg-en-dal"


Zebras im Krüger Nationalpark
Zebras sind sehr aufmerksam und immer als Gruppe anzutreffen

Zebras und andere grasfressende Tiere, wie Gnus sieht man recht häufig, v.a. die Zebras beobachten die Autos aufmerksam. So kommt es häufiger mal zu "Wildwechsel" und auch auf der Straße selbst tummelt sich ein reiches Tierleben, so dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen sinnvoll sind.

Leopardenschildkröte im Krüger Nationalpark
Nicht nur am Straßenrand, sondern auch auf den Straßen findet sich eine reiche Tierwelt. Leider darf man aus Sicherheitsgründen nur in Camps oder bei fest definierten Rastplätzen das Auto verlassen; dieser kleinen Schildkröte hätten wir sonst gerne über die Hauptstraße geholfen!

Auch heute sehen wir wieder viel mehr Tiere, als wir vorher gedacht hätten und so kommt bei uns die Hoffnung auf, ob man auch einmal eine Raubkatze sehen könnte. Leoparden und Gepharden sind sehr scheu und nur mit sehr viel Glück zu sehen, aber Löwen werden im Krüger Park regelmäßig gesehen. Na ja, wir träumen schon einmal ein wenig....

Im Hauptcamp des Parks, "Skukuza" nehmen wir ein Frühstück ein. Es gibt hier sogar einen Coffeeshop mit Cafe Latte und ein Internet Cafe, wo das freundliche Personal mir sogar zu einer Internetverbindung mit meinem eigenen Laptop verhilft (und so können wir endlich mal wieder einen aktuellen Bericht auf unsere Homepage stellen). Erst nachdem wir unser Frühstück beendet haben, bemerken wir Touristen, die ständig nach oben in des Strohdach über uns schauen und kichern. Wir schauen auch nach oben und bemerken erst jetzt eine erhebliche Anzahl von Fledermäusen, die sich hier festkrallen. Da haben sich bestimmt schon viele Gäste erschreckt (uns auch ein bisschen...)!


Fledermäuse im Krüger Nationalpark
Unter dem Dach dieses Cafes wohnen viele Fledermäuse. Ob das wohl alle Gäste wissen? Und wenn ja, ob sie dann alle noch da sitzen würden??


Nach dem Verlassen des Skukuza-Camps können / müssen wir uns zwischen zwei Routen entscheiden. Wir konsultieren unseren am Vortage erworbenen Krüger-Parkführer und dieser empfiehlt die Strecke (H4-1), die entlang des Sabie-Flußes verläuft. Hier werden wohl regelmäßig zahlreiche Tiere gesichtet. Da die Strecke etwas länger ist, überlegen wir kurz, entscheiden uns aber dann doch dafür. Schon nach kurzer Fahrt sehen wir, wie vor uns einige Fahrzeuge am Straßenrand parken. Die Menge der Fahrzeuge läßt darauf schließen, dass es sich hier wohl nicht um eine Herde von Impalas handelt, die gesichtet wurden. Wir sind also sehr gespannt, als wir langsam heranrollen und -- nichts sehen. Angestrengt blicken wir in die Landschaft und sehen dann endlich ein kleines Rudel Löwen am Flußufer liegen. Sie sind perfekt getarnt und nach und nach erkennen wir immer mehr Tiere, bis wir schließlich insgesamt sechs Katzen ausmachen. (Das ist übrigens immer so: Erst sieht man nur ein Tier, hält an und plötzlich sieht ist da noch ein zweites, drittes, viertes usw. Tier) Viel Action ist nicht bei den Raubkatzen, Löwen schlafen in der Regel tagsüber und diese Tiere hier sind keine Ausnahme. Trotzdem ist es ein toller Anblick und wir sind froh, dass die anderen Autos hier schon angehalten hatten, die Tiere waren so gut getarnt, wir wären hier unter Garantie einfach vorbeigefahren!

 
Löwen im Krüger Nationalpark
Hier hervorragend getarnt das Löwenrudel. Und nun noch ein kleines "Bilderrätsel": Auf dem Bild sieht man übrigens fünf Löwen, schon alle gefunden?? (Lösung ist nach unserer Rückkehr zu erfragen...)


Auf der weiteren Fahrt sehen wir noch eine kleine Herde von Büffelbullen, die sehr dicht neben unserem Auto grasen und noch viele, viele Impala-Antilopen-Herden.


Landschaft im Krüger Nationalpark
Offene Savannenlandschaft in der Nähe des Satara Camps im Krüger Nationalpark, ein echter Tipp für Tierbeobachtungen

Unsere Unterkunft im Satara Camp ist eine Rundhütte die mit Stroh gedeckt ist. Eine kleine Küche, die unter dem Strohdach im Freien liegt, gehört auch mit dazu, wie immer sehr nett. Wir kommen wie erwartet erst relativ um 15:30 Uhr an und beeilen uns, damit wir pünktlich die reservierte Pirschfahrt vom Nationalparkservice in Anspruch nehmen können.

Pünktlich geht es um 17:00 Uhr los, dieses Mal mit ca. 20 Personen in einem riesigen offenen Safari-Bus. Als wir gerade das Camp verlassen, hält uns ein aufgeregter Südafrikaner in seinem Jeep an, er hat soeben mit seiner Familie einen Löwen nur wenige Meter neben der Straße gesichtet! Der Löwe liegt tatsächlich sehr dicht neben der Straße, aber im hohen Gras ist er fast nicht zu sehen. Die Begeisterung im Bus ist groß, einige erkennen den Löwen jedoch nicht auf Anhieb im dichten Gras und unser Guide Metwell ist sich sicher, "er findet für uns noch einen schöneren Löwen". Na, da sind wir ja mal gespannt, ob das klappt!

Wir fahren langsam über die Straßen in der Nähe des Satara Camps und entdecken sofort massenhaft Tiere. Die jungen Engländer, die mit uns den Safariwagen bevölkern, sind hochmotiviert und auch nahezu unsichtbare Tiere wie einen Schakal, bei dem wirklich nur die Ohren aus dem hohen Gras schauen, und eine kleine Afrikanische Wildkatze werden von ihnen gesichtet. Respekt!! Als es dunkel wird werden wieder Lampen verteilt, auch heute bin ich wieder mit drei anderen Passagieren mit dem Leuchen an der Reihe. Zuerst sind es die Augen der Tiere, die hell aufleuchten wenn man mit dem Lichtkegel ins Dunkle strahlt und heute - im Gegensatz zu gestern abend - muß unser Guide alle paar hundert Meter anhalten, weil wieder "Augen" gesichtet wurden. Wir halten also an und versuchen das Tier zu identifizieren. So sehen wir z.B. Büffel in nächster Nähe, ein Gnu, das neben unserem Auto flüchtet und schließlich auch eine riesige Felsenpython, die direkt vor uns über die Straße kriecht. Ein wahrlich riesiges Tier! Ist ja auch eine Würgeschlange, die braucht Muskeln, gut das wir im Auto sitzen... Kurze Zeit später erspähen wir eine kleine Elefantenherde, die sehr dicht an unserem Auto stand. Es ist erstaunlich, wir haben die Elefanten (die ja nun nicht gerade kleine Tiere sind) erst gesehen, als wir direkt neben ihnen waren, so dunkel ist es um uns herum. Den Elefanten paßt unsere Anwesenheit und auch unsere Lichter nicht, sie fangen an zu trompeten und wir sehen weitere Tiere der Herde auf der anderen Straßenseite auf uns zukommen. Sie sind einfach riesig und haben auch Jungtiere dabei. Lieber schnell weiter, bevor sie unseren Bus zerlegen!!

Wir und unsere Mitreisenden sind begeistert, so viele Tiere!! Diese Pirschfahrt hat sich wirklich gelohnt! Als wir schließlich auf die Asphaltstraße zu unserem Camp einbiegen und uns nur noch wenige hundert Meter vom Campeingang trennen, entdecken wir hinter einer Kurve zwei Löwenmännchen, die nur wenige Meter vor uns langsam auf der Straße entlang laufen. Wir erfahren, dass die Löwen nachts ihr Revier patroulieren und dazu sehr gerne die menschengemachten Straßen verwenden. Was für ein Glück für uns, der Anblick ist einfach toll!!!

Wir verfolgen das Pärchen langsam und während einer der Löwen unbeeindruckt einfach weiter vor uns herläuft, legt sich der zweite in den Straßengraben neben uns. Wir halten an und er beobachtet uns, wie wir ihn mit unseren Lichtern anleuchten. Unvergesslich. Unser Guide hatte Recht, wie anfangs angekündigt, hat er uns tatsächlich noch einen "schöneren Löwen" gefunden!

Löwen im Krüger Nationalpark
Löwe auf der Straße nur wenig hundert Meter vom Satara Camp entfernt

Löwen im Krüger Nationalpark


Nach so tollen Erlebnissen schmeckte das anschließende Abendessen auf der Terasse des Camp natürlich noch besser und als ob wir noch nicht genug Tiere gesehen hätten, sehen wir schließlich noch einen einsamen Büffel, der direkt am Elektrozaun des Camps im Lichtkegel steht und zu uns herüberschaut. Man sagt, dass Büffel neugierig sein, es scheint zu stimmen!
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