![]() | ||
Südafrika Home Januar 2008 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Februar 2008 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Gästebuch USA 2007 | Mittwoch, 06. Februar 2008 Unsere Nacht im Satara Camp war kurz, der helle Sonnenschein der bereits kurz nach 5:00 Uhr morgens durch unser Fenster fällt, weckt uns und nach einem kleinen Frühstück im Satara-Deli (auch hier leckerer Cafe Latte!) steht unsere Fahrt nach "Makalali", einem privaten Tierschutzgebiet, an. Hier wollen wir drei Tage entspannen (und hoffentlich auch ein paar schöne Tiere sehen). Satara liegt laut unserem Reiseführer in einer besonders tierreichen Gegend des Krüger Nationalparks und die Gegend sei besonders "löwensicher" (Zitat). Das können wir nach den Erlebnissen gestern abend nun wirklich bestätigen... Nach alle den tollen Tier-Begegnungen im Krüger-Park beschließen wir heute, für Impalas "nicht mehr zu bremsen" (keine Sorge: das heißt nicht, dass wir sie überfahren wollen, sondern wir können einfach nicht jedes Mal für sie anhalten und staunen!!!) und biegen in Richtung "Orpen Gate" ab, wo unser Krügerpark-Erlebnis enden wird. ![]() Auch wenn wir eigentlich nicht mehr eigens für eine der unzähligen Impala-Herden anhalten wollten, so zwangen uns halt die Implalas dazu.... Wenige Kilometern sehen wir wieder einige Autos am Straßenrand stehen und es bietet sich ein geniales Schauspiel am direkt benachbarten Wasserloch. Eine riesige Elefantenherde ist zum Trinken und Baden gekommen. Es macht - wie schon im Addo Elephant Park - riesigen Spaß ihnen dabei aus nächster Nähe zuzusehen. ![]() ![]() Am Orpen Gate verlassen wir den Park wie geplant, um unsere Reise in Richtung Makalali fortzusetzen, welches in nordöstlicher Richtung im sog. "Valley of the Olifants" liegt. Kurz nach dem Verlassen des eigentlichen Krüger Parks zeigten uns einige Kudus, dass die Zäune des Krüger Parks für sie kein Hindernis darstellen, diese Antilopen können aus dem Stand über 2m hoch springen und mit Anlauf schaffen sie sogar drei Meter, Respekt! ![]() Wir fahren durch eine atemberaubende einsame Landschaft mit grünen, sanft gewelten Hügeln mit Obstanbau und in der Ferne vor uns ragen schon die hohen Drakensberge von Mpumalanga empor. Hier werden wir in wenigen Tagen den Blythe River Canyon besichtigen. Ein schöner Vorgeschmack auf das was uns dann erwarten wird. ![]() Die Landschaft westlich des Krüger Nationalparks: grüne Hügel und im Hintergrund die mächtigen Mpumalanga Drakensberge Trotz guter Wegbeschreibung verpassen wir dann doch die Abfahrt nach "Makalali", was uns einige zusätzliche Kilometer auf der R36 (mit vereinzelten riesigen Schlaglöchern!) beschert, aber schließlich biegen wir dann doch auf die Schotterpiste ab, die uns zum neun Kilometer entfernten Eingangstor des privaten Tierschutzgebietes bringt und uns wahrlich durchrüttelt. Am Eingang werden unsere Daten aufgenommen und wir machen uns auf, die restlichen 11 km bis zum Makalali Camp zurückzulegen. Natürlich auch auf einer Schotterpiste, die Miete des Geländewagens hat sich nun wirklich ausgezahlt... Auf der Fahrt zum Camp sehen wir bereits einige Zebras und auch Kudus, schließlich sind wir jetzt ja schon "Profis" was die Tierbeobachtung angeht. Am Camp angekommen parken wir unseren Mitsubishi auf Anweisung in einer Art "Carport" und unsere Gepäckstücke werden auf einen Safariwagen verladen während wir auf der Terrasse des Camps einen Willkommens-Eistee serviert bekommen. Der Meldebogen muß ausgefüllt werden und während wir dies erledigen, hören wir einige Meter unter uns auf der anderen Seite des kleinen Flußes ein mittlerweile charakteristisches Geräusch von knickenden Ästen und raschelndem Blattwerk. Das können nur Elefanten sein und tatsächlich sehen wir in der dichten Vegetation gelegentlich einen Rüssel oder Kopf aufblitzen. Das fängt ja gut an.... Makalali besteht aus vier einzelnen Camps, die - wie wir später erfahren - jeweils aus sechs Wohneinheiten (=eigenständigen Hütten) mit einer Küche und einem Pooldeck bestehen. Wir wohnen im "Entomami"-Camp und werden mit dem Safariwagen dorthin gebracht. "Jeffrey" der Camp-Host nimmt uns in Empfang und führt uns zu unserer Hütte. Wir bekommen alles erklärt. "First time in the bush?" Wir versprechen, keine Spaziergänge außerhalb des Camps zu unternehmen und vorallem nachts nicht draußen zu gehen, kein Problem, dies kennen wir ja schon von den anderen Tierparks. Unsere Hütte liegt am steilen Flußufer, ist mit Stroh gedeckt und hat flußseitig einen riesigen Balkon. Sehr schön ist unser privates "Baumhaus" auf Stelzen... Aber auch das Innere ist sehr geschmackvoll gestaltet mit einem riesigen Kamin, wunderschönen geschmiedeten Amaturen, eine freistehenden Badewanne, einer Freiluftdusche und - endlich - einem überdimensionalen Moskitonetz über unserem Bett. Hier kann man es wahrlich aushalten. ![]() Unsere Hütte (auf der anderen Seite ist flußwärtig ein riesiger Balkon) und unser privates Baumhaus (rechtes Bild) Überraschend serviert man uns kurze Zeit später sogar noch einen leckern Mittagsimbiß, denn in diesem privaten Wildpark ist Vollpension inbegriffen, was auch gut ist, denn zum nächsten Supermarkt ist es wirklich ziemlich weit... Die Mahlzeiten werden im zentralen Gebäude des Camps, wo auch das Pooldeck liegt, serviert. Um 16:00 Uhr gibt es dann schon wieder Kaffee und Kuchen und wir lernen unsere "Mitbewohner" im Camps kennen: Ein junges Paar aus Giessen, ein Ehepaar aus Graz und eine Dame mit Ihren beiden Enkelkindern ebenfalls aus Österreich. Um 16:30 beginnt dann eine der beiden Pirschfahrten, die hier tägliches Programm für die Bewohner des Camps sind (es sei denn man möchte nicht teilnehmen, aber wer würde so etwas schon nicht unternehmen wollen?). Zu unserer Überraschung werden nur maximal sechs Personen auf die Wagen verteilt, die Wagen bequem 10 Personen Platz bäten und wir fahren sogar alleine mit "Marvel" unserem Guide, der uns bereits mit dem Gepäck vom Hauptcamp abgeholt hatte, los. Die weiteren erwarteten Gäste sind noch nicht eingetroffen. Zu uns gesellt sich schließlich noch "Jan", der zweite Guide, der seinen Platz auf einem Sitz vorne auf der Kühlerhaube einnimmt. Im Gegensatz zu den Safariwagen in denen wir bisher gefahren sind, ist dieser Wagen ohne Dach und wir erfahren, dass wir auf keinen Fall aufstehen dürfen, da wir dann als "Mensch" erkennbar werden und nicht mehr nur als "Auto", an dessen Anblick die Tiere gewöhnt sind. Der Rundumblick ist gigantisch. ![]() Nach kurzer Zeit setzen wir Jan ab, er möchte zu Fuß auf Tiersuche gehen. Wir fahren weiter in Richtung zum Fluß, da sich hier ja den ganzen Tag bereits die Elefanten aufgehalten haben und tatsächlich erreichen wir nach einiger Zeit die ganze Herde. Sie sind direkt neben uns im Gehölz und wie Marvel unser Guide vorhersagt, quert schließlich einer der Elefanten nach dem anderen die Straße. Sie kommen sehr dicht an unsere Fahrzeuge heran und obwohl wir schon sehr erhöht sitzen sind die Elefanten einfach riesig und überragen uns noch immer um einiges. Unser Fahrzeug ignorieren sie völlig, also bloß schön sitzen bleiben. Das Teleobjektiv auf meinem Fotoapparat ist hier völlig ungeeignet, sie sind so nah, dass ein Superweitwinkel angebracht ist. Obwohl wir in den letzten Tagen so viele Elefanten gesehen haben, ist der Anblick immer noch überwältigend, vor allem, weil wir ihnen so nahe gekommen sind. ![]() Tja, wer hat hier wohl Vorfahrt? ![]() Auch wenn wir in den Safariwagen schon sehr hoch sitzen, die Elefanten sind riesig... Mittlerweile sind die noch fehlenden Gäste eingetroffen und werden mit einem Fahrzeug zu uns gebracht, wo die vierköpfige Familie aus der Nähe von Leipzig zu uns umsteigen. Wir sammeln Jan unseren zweiten Guide wieder ein und gemeinsam fahren wir zu einem Wasserloch, wo wir eine Nashornfamile beim Trinken sehen. Ein ca. 8 Monate altes Rhinobaby ist mit dabei. Tierbabys sind niedlich, Rhinos sind hier keine Ausnahme. ![]() Danach suche wir noch einmal die Elefantenherde, damit auch die neuen Gäste einen Blick auf die Dickhäuter werfen können. Die Herde ist nun zum Flußufer weitergezogen, ein kleiner Elefant ruht sich aus (dabei liegt er flach auf der Seite) und wird von allen Seiten aufmerksam bewacht, bevor er sich wieder aufrappelt. Alle Guides stehen während der täglichen Safarifahrten untereinander in engem Funkkontakt und so werden Tiersichtungen sofort weitergemeldet. Wir fahren also weiter und harren der Dinge, die noch kommen werden, hierbei merken wir zum ersten Mal, wie riesig das Makalali-Reservat ist (22.000 Ha). An einem ausgetrockneten Wasserloch in einiger Entfernung erreichen wir schließlich eine Gruppe von sechs jungen Löwen (drei Männchen, drei Weibchen), die dort bei einsetzender Dämmerung langsam aktiv werden. Der kleine Junge hinter uns ist enttäuscht, die Löwen "haben ja gar keine richtige Mähne" und seine Mutter ist ängstlich, obwohl von den Katzen nahezu ignoriert werden. Wir genießen einfach den schönen Anblick... ![]() Als es dunkel ist, fahren wir langsam zurück zum Camp, jedoch nicht ohne dass wir vorher noch einen "Sundowner", d.h. ein Getränk nach Wahl unter freiem Himmel im Busch eingenommen haben. Als wir kurz nach 20:00 Uhr wieder im Camp eintreffen, werden wir wieder von Jeffrey und dem restlichen Team persönlich in Empfang genommen. Überall brennen Fackeln und wir werden zu einer großen Tafel geführt, die unter freiem Himmel in einem umzäunten Areal steht. Es gibt "Braai", die südafrikanische Form des BBQ und dabei kommen wir ins Gespräch mit dem österreichischen Ehepaar. Sie sind auch zum ersten Mal in Südafrika und ebenso begeistert wie wir. Der Mann war wenige Tage zuvor in Tansania und hat den Kilimanscharo bestiegen und wir haben uns gerne seinen Bericht darüber angehört. Als er auf dem Gipfel war, waren es -25°C und er war bereits vier Tage unterwegs mit den einheimischen Führern. Afrika bietet wirklich eine Fülle an tollen - und höchst unterschiedlichen - Reisezielen. Nach dem Abendessen werden wir von einem Angestellten mit einer Fackel zu unserer Hütte geführt. Dies ist uns etwas peinlich, wir trauen uns schließlich durchaus zu, im Schein unserer vorsorglich eingepackten Taschenlampe die Hütte wiederzufinden!! Später erfahren wir, dass das Camp zwar einen Elektrozaun besitzt, der aber lediglich Elefanten abhalten soll (eine Elefantenherde trampelt einfach alles nieder), alle anderen Tiere können aber bequem ins Camp gelangen, da die Drähte in großer Höhe angebracht sind. Und seid gestern wissen wir ja, dass Löwen gerne menschengemachte Pfade benützen.... Wir lassen uns jetzt also immer gerne begleiten. Unser Zimmer wurde mittlerweile für die Nacht vorbereitet und das Moskitonetz entfaltet, sehr gemütlich. Wir freuen uns auf den nächsten Tag. | |
| Vorheriger Bericht Home Südafrika Nächster Bericht | ||