Freitag, 08. Februar 2008


Nach diesem tollen Tag gestern fragen wir uns wirklich, was denn nun noch kommen könnte. Laßt Euch überraschen....

Um 5:00 Uhr morgens pünktlich klingelt unser Telefon und eine freundliche Stimme fragt uns, wie unsere Nacht war und nach einem schnellen Kaffee und einem Keks geht es um 5:30 Uhr in den Safariwagen. Was werden wir heute machen? "Wir suchen die Gepharden" teilt uns Marvel heute morgen mit und wir sagen dazu natürlich nicht nein!

Nach eine längeren Fahrt im Park erreichen wir eine Stelle, wo Marvel erkennen kann, dass hier die Gebharden auf der Straße genächtigt haben, es findet sich lediglich mit Mühe zu erkennen, eine Kuhle im lockeren Sand. Wir sind skeptisch, aber Marvel und Derick sind sehr  motiviert, sie werden die Gepharden zusammen mit dem Guide der benachbarten Lodge finden. Dieses Mal steigt Marvel aus und sucht zu Fuß weiter, während Derick und wir die Straßen absuchen, wobei Derick insbesondere nach Spuren Ausschau hält, die die Gepharden auf der sandigen Straße hinterlassen. Gepharden lieben die Pisten im Park, auf ihnen laufen und schlafen sie sehr gerne. Gepharden sind tagaktiv (sie fürchten die Löwen und da diese tagsüber schlafen, geht man sich weitgehend aus dem Weg) und darüberhinaus bevorzugen sie auf Grund ihrer hervorragenden Sprintfähigkeiten offenes Gelände zum Jagen und so  sind die menschengemachten Straßen für sie ideal und letztendlich auch ideal für uns, denn nach einiger Zeit finden wir sie schließlich doch.

Es sind elegante, schlanke und sehr hochbeinige Tiere, die uns ruhig beobachten. Ein toller Anblick!

Gepharden in Makalali
Auch wir werden beobachtet!

Gepharden in Makalali


Da schmeckt uns das Frühstück nach der Rückkehr ins Camp natürlich besonders gut und als ob die Affen schon gemerkt hätten, dass zur Zeit nur wir als Gäste anwesend sind, lassen sie sich heute auch nicht blicken. Wir müssen das Essen also heute mal nicht bewachen. Den restlichen Tag verbringen wir wieder am Pool, wo wir schließlich sogar vom Wasser aus die Elefanten beobachten können, die mal wieder am Fluß entlangziehen und die Bäume zerlegen. Das hat man nun echt nicht überall.

Noch sind keine neuen Gäste in Sicht und wir können das gesamte Pooldeck wieder für uns alleine genießen, was für ein Luxus! Kurz vor dem nachmittäglichen Kaffee kommen dann doch noch neue Gäste, eine holländische Reisegruppe, die lärmend das Camp in Beschlag nimmt. Na ja, nach fast zwei Tage alleine im Camp sind wir nun ja auch wirklich sehr verwöhnt. Leider machen sie sich auch an der Kaffeetafel so breit, dass für uns am Tisch kein Platz mehr bleibt, wir weichen dann halt auf die Terrasse aus, noch ist das keine Problem.

Die nachmittägliche Pirschfahrt treten wir zunächst alleine mit Marvel und Derick an, holen dann aber aus dem benachbarten Camp doch noch andere Gäste der holländischen Reisegruppe ab, die leider ebenfalls laut lärmend sich im Safariwagen niederlassen. Schade, da flüchten doch alle Tiere! Leider verstehen sie darüberhinaus anscheinend auch kein oder wenig Englisch, denn eine der Frauen steht immer auf, sobald ein Tier in die Nähe kommt und dies führt je nach Tierart entweder zu einer sofortige Flucht oder ggf. zu einem Angriff, da wir dann nicht mehr als riesiges Auto und somit als eine Einheit wahrgenommen werden, sondern als kleiner Mensch. Die Holländer wollen unbedingt Nashörner sehen, aber wir sind auf dem Weg zu einer kleinen Löwengruppe, die von einer anderen Gruide schlafend gesichtet wurden. Ist doch auch nicht schlecht, oder?

Doch bevor wir die Löwengruppe erreichen, erhalten wir wieder einen Funkruf, ein Leopard wurde von einer anderen Gruppe gesichtet und dies ganz in der Nähe. Wir sind sehr aufgeregt, was für ein Glück nochmal ein Leopard, wie genial! Dieses Mal ist es ein Leopard der in einem Baum liegt. Genau nach dieser Situation haben wir im Krüger Park tagelang jeden großen Baum abgesucht.... Der Leopard ist sehr schön und für wenige Minuten dürfen wir ihn ansehen, dann springt er vom Baum und verschwindet im Unterholz. Was für ein filmreifer Auftritt!


Leopard in Makalali


Leopard in Makalali


Nach dieser unerwarteten, aber sehr schönen Begegnung nehmen wir wieder Kurs in Richtung der Löwengruppe auf. Nur wenige Meter von den Löwen entfernt können wir schließlich die Katzen in aller Ruhe beobachten. Die Zähne der Tiere sind beeindruckend, es bleiben zum Glück auch von den holländischen Frauen alle brav sitzen, der Lärmpegel sinkt erstaunlicherweise und die Löwen machen einen recht entspannten Eindruck.


Löwen in Makalali

Löwen in Makalali

Anschließend fordern die Holländer mit aller Macht, dass sie Nashörner sehen möchten, das Angebot von Marvel, uns die Flußpferde zu zeigen, findet nicht so guten Anklang. Wir sehen das anders, sind aber leider in der Minderheit. Also fahren wir noch schnell bei einem Wasserloch vorbei, wo oft Nashörner trinken und als wir dorthin kommen, sehen wir tatsächlich in größerer Entfernung eine kleine Gruppe von Rhinos, die gerade getrunken haben. Die Holländer quengeln und wollen näher herangefahren werden, was aber auf Grund des steilen Geländes nicht geht. Eine der Holländerinnen steht wieder auf und obwohl unser Guide sie darauf aufmerksam macht, dass die Tiere dann flüchten werden, setzt sie sich nicht wieder hin und tatsächlich rennen die Tiere sehr bald ins dichte Unterholz. Uns fehlen die Worte, vor allem, als wir noch mitbekommen, dass einige der Holländer gar nicht genau wissen, wo sie im Moment sind und einer der Mitreisenden ihnen erklären muß, dass sie in Makalali, einen privaten Tierreservat sind. Sollten wir jemals über eine Gruppen- (Bus-)reise nachgedacht haben, so sind wir von dieser Idee hoffentlich nach dem heutigen Tag geheilt!

Wir setzten unsere Fahrt in Richtung Fluß fort, wo wir auf die Flußpferde treffen wollen. Zu unserer großen Überraschung steigen wir diese Mal aus dem Safariwagen aus und begleitet von Marvel, der sich mit dem Gewehr bewaffnet hat, gehen wir zu Fuß zum Flußufer, so dass wir Hippos aus nächster Nähe sehen können. Sehr beeindruckend (leider keine Fotos, war schon zu dunkel für meine Kamera). Da es nun langsam dämmert, werden die Hippos zunehmend aktiver, einige gähnen und geben ein lautes Geräusch von sich, sie klingen wie ein Motorrad, bei dem man im Leerlauf Gas gibt!

Wir drehen ziemlich zügig um, Hippos steigen nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Wasser um zu grasen und dann sind sie ungemütlich, also schnell zum Auto, wo wir den üblichen Sundowner einnehmen. 

Nach der Rückkehr zum Camp werden wir wie üblich in Empfang genommen und für uns wurde wieder - abseits der nervigen Holländer - ein Candlelight Dinner in unserem Baumhaus vorbereitet, wie schön. Da haben die Mitarbeiter vom Makalali Camp wirklich gut aufgepasst und uns freundlicherweise von der Gruppe getrennt. Wir genießen unser letztes Dinner sehr und freuen uns schon sehr auf unsere - leider nun letzte - Pirschfahrt am nächsten Morgen.
Vorheriger Bericht                 Home Südafrika                 Nächster Bericht