Samstag, 28.06.2008

~~ Yosemite Nationalpark  ~~


Heute morgen steht wieder der Rauch in der Luft und wir entscheiden uns - ein bißchen traurig - gegen eine erneute Wanderung im Tal und beschließen, die Riesenbäume (Sequoia-Bäume) im Süden des Parks zu besichtigen. Diese haben wir bislang noch nicht gesehen und unseren Besuch bei den Riesenbäumen im Sequoia Nationalpark ist ja mittlerweile auch schon zehn Jahre her. Also definitiv mehr als eine Notlösung!

Die Mammutbäume (Sequoia) wachsen nur in einem sehr begrenzten Gebiet ganz im Süden des Yosmite Nationalparks und obwohl es nur wenig mehr als 30 Meilen dorthin sind, sind wir doch mit dem Auto fast eineinhalb Stunden lang unterwegs, da die Straße sehr eng und kurvenreich ist. Im Reiseführer hatten wir bereits gelesen, dass die Bäume sich größter Beliebtheit erfreuen und tatsächlich, als wir um ca. 10:30 Uhr am Südeingang des Parkes eintreffen, sind bereits alle Parkplätze belegt und wir müssen den Shuttle Bus, der alle 20 Minuten vom südlichen Ort Wawona entfernt startet nehmen. Leider bedeutet dies, dass wir 4 Meilen zurückfahren müssen und mit der Wartezeit auf den Shuttle und der Fahrt mit ihm selbst, ist es genau eine Stunde später, dass wir endlich am Parkplatz zu dem Riesenbaumwald eintreffen.

Mammutbäume im Mariposa Grove im Yosemite NP
Hier mal die Größenrelationen...

Im Mariposa Grove kann man entweder eine "self-guided Tour" zu Fuß machen oder mit einer Tram mitfahren und Erläuterungen zu den wichtigsten Bäumen erhalten. Wir entscheiden uns für letzte Variante und bewaffnet mit je einem Kopfhörer starten wir unsere Tour, die insgesamt ca. 1,5 Stunden dauern wird.


Mammutbäume im Mariposa Grove im Yosemite NP
Links ein noch relativ kleiner Mammutbaum, man beachte die kleinen Menschen an seinem Fuß! Rechts: Ebenfalls ein noch etwas "kleinerer" Baum, die Rinde ist sehr dick und fühlt sich an wie eine dicke Schicht Sägespänne, die man mit Kleister angeklebt hat

Sequioa-Bäume sind sehr fasznierend: Nicht nur sind sie riesig groß, sondern auch noch sehr robust, sie überstehen mühelos Buschfeuer, die regelmäßig in Californien in den Sommermonaten etstehen. Auch gegen Bakterien, Pilze und anderer Umweltschädllinge sind sie weitgehend unempfindlich. Der typische Tod für einen Mammutbaum ist daher einfach das "Umfallen", z.B. nach einem Unwetter. Durch die Entwurzelung stirbt er dann, liegt aber typischerweise noch jahrzehntelang dort nicht verrottend auf dem Boden. Diese Bäume sind also nahezu unkaputtbar!

Mammutbäume im Mariposa Grove im Yosemite NP
Links: Diese Bäume können sehr viel vertragen, so macht ihnen Feuer bis zu einem bestimmten Maß michts aus. Der linke Baum wurde druch ein Feuer unten gespalten, aber er lebt trotz diesen riesen Defektes im Stamm noch sehr gut weiter. Rechts: Der typische Tod des Mammutbaumes ist das "Umfallen". Er bleibt dann jahrzehntelang einfach so liegen und die Wurzeln bieten ein sehr schönen Anblick.

Die Sequoias im Yosemite Nationalpark sind zwar nicht die höhsten Bäume der Erde (das sind die Küstenredwoods in Californien, diese werden regelmäßig über 100 Meter hoch, sind dabei aber relativ schlank, während die Sequoias zwar ebenfalls knapp 100m Höhe erreichen, aber halt nicht wesentlich mehr) und nicht die ältesten (das sind die Bristlecone, z.B. im Great Basin Nationalpark, diese werden über 4000 Jahre alt, während es ein Sequoia so auf ca. 2000 Jahre schafft bevor er einfach umfällt). Aber von der absoluten Masse schlagen die Mammutbäume einfach alles!

Der fünftgrößte Sequoia überhaupt steht im Mariposa Grove und heißt "Grizzly Giant". Schon von weitem ist er sehr beeindruckend. Dieser Eindruck steigert sich noch, als wir erfahren, dass der Hauptast ds Baumes einen Durchmesser von 1,8m (!!) hat, so dick sind diem meisten Baumstämme ja noch nicht einmal! Der Grizzle Giant hat in seinem Stamm einen stolzen Durchmesser von über sieben Metern, da darf der Ast dann ja auch ruhig ein bißchen größer sein, oder?

Mammutbäume im Mariposa Grove im Yosemite NP
Der "Grizzle Giant" - fünftgrößter, d.h. voluminösester Baum der Erde und wahrscheinlich knapp 2000 Jahr alt. Ein Seitenast hat einen Durchmesser von 1,8m! 

Mit dem Shuttle Bus geht es nachdem wir die Bäume ausgiebig bewundert haben, sehr reibungslos zurück zu unserem Auto in Wawona. Dieser Ort besteht nahezu ausschließlich aus der Wawona Lode mit angrenzendem kleinen Golfplatz (sehr hübsch). Die Lodge selbst ist sehr hübsch angelegt und so verbringen wir noch einen Moment auf der schönen antiquen Veranda und fühlen uns ganz wie aus den Südstaaten.

Auf unserem Rückweg halten wir noch einmal bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Yosemite Valley, die wir bislang wegen der Wetterlage noch nicht aufgesucht hatten und machen ein paar Erinnerungsfotos.
Hier ein paar Impressionen:

Blick auf Yosemite NP vom Tunnelview aus
Bilderbuchansicht vom Yosemite Valley vom sogenannten "Tunnelview"

Bridal Veil Falls
Und noch ein Wasserfall... Dieser ist der Bridal Veil Fall.


Valleyview
Und zum Abschluß noch einmal eine berühmte Ansicht des Tales vom Valley View

Nach einem schnellen Imbiß in der unserem Hotel angeschlossenen Kantine fallen wir auch heute wieder todmüde ins Bett. Morgen geht es dann weiter nach San Francisco...
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