Juni 2008 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Juli 2008 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Gästebuch Südafrika 2008 USA 2007 | Dienstag, 08.07.2008 ~~ Yellowstone Nationalpark ~~ Als wir heute morgen aufgewacht sind, lag die Temperatur in unserer Cabin gefühlt beim Gefrierpunkt und nachdem wir gestern noch wie in der Sauna geschwitzt haben, hat es über Nacht so stark abgekühlt, dass wir nun heilfroh sind, dass wir eine Heizung haben... So schnell ändert sich das, wir hatten natürlich nicht bedacht, dass das Canyon Village eine Höhenlage von über 2.500m aufweist und daher nachts die Temperaturen deutlich fallen können... Da wir bei unserer Reservierung im Januar diesen Jahres keine Cabin für fünf Tage am Stück mieten konnten, müssen wir heute umziehen und wir packen mal wieder unsere Koffer. Heute abend bekommen wir einen neue Cabin, die wir für die kommenden vier Tage behalten können. Die neue Cabin war deutlich günstiger, als die jetzige, da sind wir ja mal gespannt was uns erwartet... Nach einem Frühstück im "Dinner Room" des Canyon Village (die Cafeteria verströmt eine Atmosphäre wie eine Kantine und die Schlangen sind lang) beschließen wir, zunächst die nähere Umgebung zu erkunden. Wie der Name schon sagt, liegt das Canyon Village direkt am "Grand Canyon of the Yellowstone" und so erkunden wir uns im Visitor Center nach möglichen Wanderungen in diesem Gebiet. ![]() Hier nun der Grund, warum der Yellowstone Nationalpark "Yellowstone" (gelber Stein) heißt, der Grand Canyon of the Yellowstone besteht in der Tat aus richtig gelbem Stein Da leider dieses Jahr der Nordrand des Canyons wegen Straßenarbeiten gesperrt ist und davon auch der Wanderweg am Canyonrand betroffen ist, beschließen wir, vom oberen Wasserfall "Upper Yellowstone Fall" den Wanderweg am Südrand zu nützen um an den Aussichtspunkt "Artist Point" zu gelangen. Der Parkplatz am oberen Wasserfall ist trotz einer erstaunlich großen Größe bereits gut gefüllt und ganze Menschenmassen strömen auf den nur wenige Meter entfernten Aussichtpunkt zu, der direkt an der Abbruchkante des Wasserfalls gelegen ist. Der Anblick ist jedoch in der Tat spektakulär, direkt vor uns stürzen enorme Wassermassen mit großem Getöse in die Tiefe und wir werden in einen richtigen Wassernebel getaucht. ![]() "Upper Yellowstone Fall" - riesige Wassermassen stürzen hier zu Tal Auf dem Wanderweg sind zwar noch immer einige Menschen unterwegs, aber es ist längst nicht so voll, wie befürchtet. Wir "umrunden" zunächst den oberen Wasserfall, bis wir auf den South Rim Trail kommen und genießen den schönen Anblick. Anschließend geht es weiter zum unteren Wasserfall, den "Lower Yellowstone Fall", der noch höher und sogar noch spektakulärer sein soll. Ob das geht? ![]() Blick vom Rim Trail auf den "Lower Yellowstone Fall", dieser ist sogar noch beeindruckender als sein höhergelegener Bruder Schon von weitem hören wir das Getöse und der erste Blick zeigt, dass dieser Wasserfall wirklich sehenswert ist und das, wo wir doch schon vom Yosemite Nationalpark an wunderschöne Wasserfälle gewöhnt sind... Aber die imense Wassermasse, die hier zu Tal stürzt ist sehr beeindruckend. Ein kleiner Abzweig des Weges führt über zahlreiche Stufen in den Canyon hinein und von einer kleinen Aussichtsplattform ist man nun direkt vor dem Wasserfall, wunderschön. ![]() Blick vom Ende des "Uncle Tom Trails" auf den Lower Yellowstone Fall, der steile Abstieg und die vielen Treppen haben sich wirklich gelohnt Der weitere Weg zum Artist Point verläuft genau an der Abbruchkante des Canyons entlang und belohnt mit schönen Ausblicken auf Tal und Wasser. Der Artist Point empfängt uns mit einer PKW- und Wohnmobillawine und noch mehr Menschen auf den Wegen als vorhin, denn natürlich kann man den Aussichtspunkt statt per Pedes auch bequem mit dem fahrbaren Untersatz erreichen und von dieser Möglichkeit wird gerne Gebrauch gemacht. Trotzdem lohnt der Artist Point, der Ausblick auf den Canyon und den unteren Yellowstone Fall sind grandios. ![]() "Postkarten"-Ausblick auf den Grand Canyon of the Yellowstone mit dem Lower Yellowstone Fall vom Artist Point Wir machen eine kurze Pause und begeben uns zügig auf den Rückweg, am Nachmittag wollen wir nun endlich die "hydrothermalen Sehenswürdigkeiten" des Yellowstone sehen für die dieser Nationalpark berühmt ist, also blubbernde Schlammlöcher und heiße Quellen! Wir fahren auf der Ringstraße nach Süden zum Lake Village, hier befindet sich direkt am Seeufer ein mondänes, aber auch sehr steril wirkendes Hotel, leider ohne den erhoften frischen Kaffee. Etwas weiter nördlich befinden sich die "Hence Rapids", kleine Stromschnellen, die alleine sicherlich keinen Umweg rechtfertigen würden, aber zu dieser Jahreszeit kann man hier ein ganz besonderes Schauspiel beobachten: Forellen, die sich gegen den Strom den Weg zu ihren Laichplätzen bahnen. Und tatsächlich sehen wir vom Ufer aus sehr viele Forellen, die sich flußaufwärts kämpfen. Die Strömung ist sehr stark und wir beobachten die vielen -vergeblichen- Versuche der Fische, die Stromschnellen durch einen Sprung zu überwinden. Wir haben richtig Mitleid und haben großen Respekt vor der immensen Kraftanstrengung, die die Tiere da hinter sich bringen. Unser nächstes Ziel ist etwas weiter nördlich direkt an der Straße die "Mud Volcano Area", eine Ansammlung von Schlammlöchern, heißen Quellen und sogenannten "Fumarolen", d.h. Löcher, aus denen heiße und vor allem stinkende Gase austreten. ![]() Hydrothermale Aktivität in der "Mud Volcano Area" zwischen Canyon und Lake Village Das Areal ist durch Bretterwege (wegen der heißen Erde) bestens erschlossen und wir machen uns begeistert auf den knapp einen Kilometer langen Rundweg, auf dem es überall am Wegesrand blubbert, köchelt oder raucht! ![]() Am besten gefällt uns eine heiße Quelle, die direkt an einer Felshöhle gelegen ist, aus der es weithinsichtbar raucht. Der Name "Dragon´s Mouth" (Drachenmaul) finden wir absolut passend, man könnte in der Tat denken, dass in der Höhle ein Drache sitzt, der Rauch und heißes Wasser ausstößt! ![]() Auf dem Weg zum "Dragon´s Mouth" (Drachenmaul); der Rauch, das kochende Wasser und die spritzenden und fauchenden Geräusche dort wirken in der Tat so, als säße in der Höhle ein Drache.... Südlich vom Canyon Village liegt das "Hayden Valley", ein grünes weitläufiges Tal, in dem sich neben zahllosen Büffeln auch viele andere Tiere aufhalten sollen. Wir sehen aus der Ferne dann auch einiges Wild, für eine nähere Beobachtung aber viel zu weit weg. Die Büffel sind hier deutlich weniger Scheu, ähnlich wie am Vortage im Grand Teton Park überquert eine Herde in aller Ruhe mit samt Nachwuchs die Straße, auf der sich sofort ein riesiger Stau bildet. Wir haben Glück und können das Geschehen fast aus der ersten Reihe beobachten. ![]() ![]() Achtung: Büffel kreuzen!!! Die Büffel fühlen sich durch die Autos und Menschen erstaunlicherweise anscheinend nicht gestört und geben die Straße nicht frei. Schließlich kommt ein Ranger auf einem Motorrad vorbei und "regelt den Verkehr" in dem er die Autos weiterwinkt und die Büffel vertreibt - kein Witz! Die Menschen am Ende des Staus werden es ihm gedankt haben.... ![]() Wenn die Herde die Straße kreuzen will, dann stören sie auch die Autos nicht... ![]() Zur Feier des Tages gönnen wir uns ein Essen im Restaurant des Canyon Village und beziehen schließlich unsere neue Cabin. Von außen ähnlich häßlich, von innen aber eigentlich etwas netter als die Cabin vom Vortag. Der Preisunterschied bemisst sich wahrscheinlich daran, dass wir dieses Mal nur zwei kleine Betten haben. Dies reicht für uns aber völlig aus und alles ist ein wenig gemütlicher. Die Heizung funktioniert auch - sehr wichtig!! Morgen wollen wir dann endlich unseren ersten "richtigen" Geysir sehen.... | |
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