Samstag, 19.07.2008

~~ Rückreise von Las Vegas nach Deutschland ~~

Die letzte Nacht in unserer komfortablen Suite war leider kurz und traurig verstauen wir die letzten Gegenstände in unseren Taschen. Was für ein Luxus um uns herum, dass werden wir vermissen und wir fragen uns, ob so ein tolles Angebot wie wir in diesem Urlaub hier im Venetian hatten, überhaupt noch einmal angeboten wird. Schön, dass wir hier sechs Nächte sein durften!

Damit es auch ja keine Probleme gibt, hatten wir gestern abend unser Auto lieber selbst geparkt anstatt wie sonst das "Valet-Parking" in Anspruch zu nehmen. Dummerweise haben wir nun mangels Übung Probleme uns in dem unübersichtlichen Parkhaus zurechtzufinden, aber nachdem wir mit unserem schwerem Gepäck etwas herumgeirrt sind steht er nun doch vor uns, unser GMC Acadia, den wir nun zum letzten Mal beladen.

Der Weg vom Hotel zum Flughafen ist kurz und der Weg zum neuen Rental Car Center ist gut beschildert. Auf Grund der frühen Stunde ist der Verkehr sehr gering. Zu schnell sind wir unser tolles Auto dann auch schon los. So einen schönen Wagen werden wir wohl auch erst mal nicht mehr so schnell mieten können, zumindest haben wir nie in einem der Auswahl-Reihen bei den Verleihern ein derartiges Premium-Auto stehen sehen. So sind wir noch trauriger als sonst, wenn man den Wagen am Ende des Urlaubs, in dem man so schöne Urlaubserlebnisse hatte, am Rental Car Center zurücklassen muß.

Mit dem Gepäck geht es nun zu den zahlreichen Shuttle-Bussen, die uns ohne jegliche Wartezeit in wenigen Minuten zum Abflugterminal bringen, wo wir zügig einchecken. Natürlich waren zwei unserer Taschen übergewichtig, umpacken war wie immer gestattet, wobei die Dame am Schalter leider unsere erste, sehr leichte Tasche bereits auf dem Rollband auf die weitere Reise geschickt hatte, so dass wir in diese nichts mehr umladen konnten. Ärgerlich, das passiert uns nicht wieder, nächstes Mal passen wir besser auf! Aber irgendwie klappt es dann doch noch mit dem Umladen und letztendlich Umsortieren ins Handgepäck ohne das eine extra Gebühr fällig wird. Das Bordgepäck ist nun sehr schwer, was soll´s.

Nach der Handgepäckkontrolle bleibt noch Zeit für ein Frühstück mit Starbucks Cafe bevor es pünktlich mit Continental nach Newark losgeht. Dies war sehr wichtig, schließlich haben wir nur gerade 65 Minuten in New York zum Umsteigen in unseren Flieger nach Hamburg, hoffentlich klappt es! Eine Nacht am Newarker Flughafen steht nicht auf unserem Wunschzettel. Der Flug ist angenehm, wir landen pünktlich in Newark und erreichen das Gate für den Weiterflug nach Hamburg ohne erneut durch eine Handgepäckkontrolle zu müssen genau zur richtigen Zeit. Aus einem Flieger raus und in den nächsten hinein, genial! So könnte es doch immer sein...

Der Start geht pünktlich vonstatten, nach einer Stunde - wir sind schon richtig hungrig - duftet es in der Kabine lecker nach Abendessen, wir stimmen schon ein Loblied auf Continental Airlines an, als wir eine Durchsage vom Piloten hören, der uns mitteilte, dass wir bestimmt bemerkt hätten, dass er gerade gewendet hätte - nein, ist uns nicht aufgefallen!!! Alles war doch wie immer. Die nette Stimme teilte uns mit, er würde nach Newark zurückkehren, da ein Hydrauliksystem ausgefallen wäre und dies für einen Transatlantikflug nicht günstig sei. Es bestände kein Anlass zur Sorge, das Flugzeug verfüge über mehrere Hydrauliksysteme, nur ein funktionstüchtiges System sei notwendig und überhaupt, man solle doch bitte ganz entspannt den weiteren Flug geniessen, sorry for the inconvenience. Da alle auf den Sitzen bleiben sollten, gab es jetzt natürlich auch kein Abendessen, aber wahrscheinlich hatte eh keiner der Passagiere mehr Appetit.

Wir unterdrückten das ungute Gefühl in uns und ich versicherte Joachim, dass der Pilot ja gesagt hätte, wir sollten uns keine Sorgen machen. Joachim meinte nur, dass würden die doch immer sagen und auch die nette amerikanische Dame mit ihrer jungen Tochter, die aus Texas nach Hamburg reisen wollten um dort die ehemalige Austauschschülerin aus Deutschland zu besuchen, waren  sehr beunruhigt und angespannt. In der Maschine wurde es sehr, sehr ruhig. Keiner hat mehr etwas gesagt. Fliegt man sicherer, wenn in der Kabine ruhig ist, keine Ahnung? Da wir bereits knapp 90 Minuten unterwegs waren nahm ich an, wir würden dann wohl auch die gleiche Zeit für den Rückflug benötigen. Minuten wurden gefühlt zu Stunden und nach einiger Zeit nahmen wir dann endlich so etwas wie einen Landeanflug ein, zumindest näherten wir uns langsam den Häusern unter uns als sich der Pilot erneut meldete und uns mitteilte, dass er eine regelrechte Landung erwarten würde. Gemäß dem Protokoll habe er jedoch eine "Notlandung" anmelden müssen und so sollten wir uns nicht wundern, wenn neben der Rollbahn der ein oder andere Krankenwagen stehen würde.... Okay?
Wir landeten zum Glück tatsächlich weich und ohne Probleme beobachtet von unzähligen blinkenden Krankenwagen, riesigen Feuerlöschzügen und Polizeiwagen, die in engstem Abstand die Rollbahn säumten. Die Definition eines "Großeinsatzes" war für mich hier definitiv erfüllt!

Wir rollten von der Landebahn herunter und hielten in deutlichem Abstand zu den Terminals an als einige Techniker und Polizisten unser Flugzeug bestiegen. Es solle nun geprüft werden, welcher technischer Defekt genau vorliege. Nach ca. 20 Minuten erhielten wir die Nachricht, dass lediglich eine Kontrollleuchte defekt sei und es keine Bedenken gäbe, mit dieser Maschine erneut zu starten, sie werde nur noch schnell frisch aufgetankt. War ich bisher noch mäßig ruhig gewsesen, so war ich nun wirklich beunruhigt!!! Erst drehen wir mitten in der Luft um, lassen Unmengen teuren Kerosins ab und ein kostspieliger Noteinsatz seitens der Rettungskräfte wird organisiert und das alles für einen "blinden Alarm"? Na ja, meine nette texanische Nachbarin meinte ebenfalls, sie würde jetzt eigentlich auch lieber aussteigen, aber das sei wohl nicht vorgesehen...

So rollten wir also nach einiger Zeit erneut auf das Rollfeld, die Turbinen laufen lauter als uns wieder die Stimme aus dem Cockpit, dieses Mal mit leicht genervtem Unterton erreicht: Es sei nun gerade ein Problem mit einem der Motoren aufgetreten, er, der Pilot, würde mit diesem Flugzeug nicht starten, man werde stattdessen am Terminal andocken, die Passagiere aussteigen lassen und zu gegebener Zeit mit einem Ersatzflugzeug weiterfliegen. Basta! Finito!!! Wir hatten nichts dagegen, ein gutes Gefühl hatte wohl eh keiner der Passagiere mehr und so gab es auch keinerlei Proteste von wegen der zu erwartenden weiteren Verspätung.

Schneller als gedacht saßen wir dann also wieder in Newark am Flughafen am Gate und ich überlegt schon, ob ich denn tatsächlcih am Montag morgen wie geplant wieder auf der Arbeit erscheinen könnte oder ob wir dann noch unterwegs seien. Egal, jetzt gab es erst einmal für alle Passagiere gegen Vorlage des Reisepasses (!) einen 8-Dollar-Gutschein für Essen und es wurde hochbürokratisch darauf geachtet, dass ja keiner doppelt bedacht wurde. Na ja, für 8 Dollar kann man in Newark nun nicht gerade eine Party feiern, aber besser als nichts dachten wir uns und machten uns auf den Weg zum nächsten Food Court. Interessanterweise war nicht die Summe des Gutscheines das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass sich gegen 22:00 Uhr die Geschäfte bereits auf den Ladenschluß vorbereiteten und das Angebot in den Auslagen schon merklich ausgedünnt war. Auf den Ansturm einer Transatlantik-Boeing war hier nun wirklich niemand mehr eingestellt. Für Joachim gab es bei Ruby´s Diner dann einen Burger und ich gegnügte mich mit einem Orangensaft mangels vegetarischer Rest-Alternativen und kam stattdesen nun doch noch zu meiner Ben-&-Jerry-Icecream, Kalorienbombe hin oder her, ist jetzt schließlich auch schon egal.

Vor mir in der Schlange am Ben-&-Jerry-Stand stand dann auch einer der Piloten, den ich an seiner Uniform erkannte. Er war ca. 55-60 Jahre alt und  wirkte sehr vertrauenserweckend auf mich. Super, dass er nicht einfach weitergeflogen ist, wer weiß was vielleicht noch während des Fluges passiert wäre! So ohne weiteres kehrt eine Maschine schließlich auch nicht um, oder? Eine Ersatzmaschine (neues Flugzeug - neues Glück) hatte da etwas wirklich beruhigendes und dann noch ein Pilot, der seinen Job nicht erst seit gestern macht, das wird schon klappen!!

Und in der Tat war das Management von Continental wider Erwarten hervorragend. In weniger als einer Stunde stand eine Ersatzmaschine bereit, die Bordkarten behielten ihre Gültigkeit und wir kletterten erneut in unsere Sitze. Gut, dass Newark ein Drehkreuz für Continental Airlines ist! Erfreut stellte ich fest, dass wir uns mit der neuem Maschine sogar "verbessert" hatten, so gab es jetzt sogar für jeden Sitzplatz einen eigenen Monitor für das Entertainmentprogramm, dies war zuvor nicht der Fall gewesen.

Auch sonst zeigte sich Continental großzügig: Wir bekamen anschließend weitere Gutscheine, einen Gutschein für einen 10%-igen Nachlass auf eine zukünftige Buchung bei Continental Airlines und noch einen Gutschein, den man gleich direkt an Bord einlösen konnte und zwar wahlweise entweder für ein paar kostenlose Kopfhörer für´s Bordprogramm, 15% Nachlass auf den Bordverkauf oder ein alkoholhaltiges Freigetränk. Kopfhörer bringen wir schon immer selbst mit, für Shopping fehlten uns die Nerven und so kam der Wein zum verspäteten Abendessen für uns genau richtig!

Der Flug der folgte war zum Glück völlig ruhig und ohne weitere besondere Vorkommnisse und so landeten wir mit gut vier Stunden Verspätung in Hamburg, was ich nachträglich als völlig in Ordnung fand. Da hätten wir mit mehr Verspätung gerechnet und meinem Arbeitseinsatz am Folgetag steht nun auch nichts mehr im Weg (seufzzz....)

Unseren Abholern hatten wir von Newark aus schon auf die Mailbox gesprochen, dass es zu Vespätungen kommen wird und so hatten sie zumindest nicht die ganze Zeit auf uns warten müssen, sondern hatten sich vorab im Internet erkundigt, wann wir denn eintreffen würden. Die Taschen kamen alle heil und vollzählig auf dem Laufband an und selten waren wir so froh, wieder in Hamburg festen Boden unter den Füssen zu haben!
Gut eine Stunde später sind wir dann - Zeitverschiebung hin oder her - zuhause gleich ins Bett gefallen, den Jetleg bekämpfen wir dann halt erst in den nächsten Tagen!

P. S.: Joachim plant gedanklich schon unsere nächste USA-Reise, jetzt, wo wir doch jetzt den schönen Continental-Gutschein haben.....
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