Home 1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche Gästebuch | Samstag, 08.09.2007 Der Wecker klingelt mal wieder viel zu früh um 6:45 Uhr. Was für uns ungewöhnlich früh ist, scheint für die USA und insgesondere in Utah völlig normal zu sein. Zumindest beobachten wir aus unserem Zimmerfenster bereits um diese Uhrzeit ein reges Einladen von Koffern und Abreisen von Gästen. Verrückt! Auch an der Bushaltestelle des Shuttlebuses zum Zion-Park wird geduldig angestanden. Was der Grand Canyon nicht geschafft hat, ist nun eingetreten. Wir haben Muskelkater!! Und zwar nicht in den Beinen, sondern in den Armen. Wir glauben, es liegt daran, dass man gestern so viel mit dem Stock stochern und sich abstützen mußte. Diese Bewegung macht man ja sonst nie. Die Wanderung zu den Narrows war an sich eigentlich erfrischend unanstrengend und wir hatten mit allem gerechnet, aber nicht damit. Egal, heute ist es nicht so schlimm, wir werden eh die meiste Zeit in unserem Auto sitzen. Wobei sich die Frage stellt, welches Auto es denn sein wird. Wir sehen der erneuten Begegnung mit der Firma Dollar Rent-a-Car schon etwas skeptisch gegenüber, doch davon später mehr. Zunächst beschließen wir, wieder in unserem Hotel zu frühstücken. Wir trefen am Eingang wieder die nette alte Lady von gestern wieder, die Joachim mit einem strahlenden Lächeln begrüßt und ihn als bekanntes Gesicht einordnet. Sie braucht uns heute also nicht alle Angebote auf dem Frühstücksbuffet zu erklären! Wir haben dieses Mal auch die Variante "Continental Breakfast" gewählt, was die Auswahl etwas verkleinert, alles was kalt angeboten wird, ist okay. Kaffee ist hiervon nicht betroffen - das ist wichtig. Aber gebratene Eier können wir mittlerweile zum Frühstück so und so nicht mehr sehen. Als wir das Lokal verlassen haben, ruft uns die alte Lady noch einmal zurück. Sie bedankt sich überschwenglich bei Joachim für die tollen geschenkten Schuhe und wünscht uns eine schöne Hochzeit. Joachim schaut verwundert, aber wir lassen uns nichts anmerken und nicken artig. Gerne geschehen! Wir werden schön feiern! Es ist sicherlich hart, wenn man bis in hohe Rentenalter noch arbeiten muß. Oder sollte ich da etwas nicht mitbekommen haben? Zur Beruhigung aller Daheimgebliebenen: Meines aktuellen Wissens nach werden wir in Las Vegas und v.a. auch in Springdale nicht heiraten. Im Foyer des Lokals und in unserem Hotel sind uns gleich nach unserer Ankunft sehr schöne Landschaftsfotografien vom Antilope Canyon, den Narrows und anderen Orten des amerikanischen Südwestens aufgefallen. Wir erfahren, dass es nahe am Park eine Fotogalerie und ein Fotomuseum gibt. Da wollen wir noch schnell vor unserer Abreise vorbeischauen. Obwohl sonst alles in Utah sehr früh ist, öffnet das Museum erst um 11:00 und eine weitere Stunde wollen wir nicht mehr warten. Also gehen wir direkt gegenüber in das Geschäft, welches die Bilder eines bekannten Fotografen verkauft. Die Bilder sind sehr brilliant, die Farben so intensiv, dass sie für deutsche Verhältnisse schon fast kitschig sind. Trotzdem bewundern wir die Mühe und Ausdauer, die dahinter steckt, an allen Orten immer auf das richtige Licht zu warten, damit die Felsen so intensiv leuchten! Und da wir an vielen dieser Orte selbst schon waren, ist es natürlich sehr interessant zu sehen, wie ein Profi das so ins Bild setzt. Wir plaudern kurz mit dem Verkäufer im Laden und da bemerken wir, dass dieser dem Foto des Künstlers auf dem Lebenslauf an der Wand sehr ähnlich sieht und siehe da, wir haben tatsächlich mit Herrn Michael Fatali persönlich gesprochen. Er erzählt uns, dass er alle seine Bilder mit einer Großformatkamera, die knapp 50kg wiegt, aufnimmt. Ein solches Ungetüm in der Hitze zur Wave tragen? Das wäre nichts für uns! Wir fahren nach Las Vegas über vorwiegend Autobahn gehen die ca. 220 Meilen wie im Flug vorbei. Direkt hinter der Grenze zu Nevada erreichen wir direkt am Highway den Ort Mesquite. Er scheint nur aus einigen, in die Wüste gebauten Casinoburgen zu bestehen. Wir werden durch ein Schild mit dem Hinweis auf einen Starbucks Kaffeeladen angelockt und halten an einem der Casinos an. Dort ist unserer Ansicht nach viel Betrieb am frühen Morgen und auf unserem Weg zum Starbucks, der sich natürlich innerhalb des Casinokomplexes befindet und zwar so, dass man an wirklich allen Spielgeräten vorbei muß, sehen wir viele begeisterte Menschen. Warum fahren die nicht gleich nach Las Vegas, ist ja nur eine gute Stunde entfernt? Wir nehmen den Kaffee mit und fahren weiter. Bis nach Las Vegas sehen wir eine unveränderte Wüstenlandschaft: Weite Ebenen mit flachen Büschen, in der Ferne grau-braune Bergketten. Die Autobahn ist schnurgerade und Lenkbewegungen selten erforderlich. Aufgelockert wird die Szenerie nur von Hinweisschildern wie: "Trampen verboten, Hochsicherheitsgefängnis. Keine Tramper mitnehmen." Eine gute Idee, diese Einrichtungen in die Wüste von Nevada zu bauen, Ausreißer kommen in dieser Hitze in der Wüste bestimmt nicht weit! In Las Vegas finden wir problemlos das neue Rental-Car-Center wieder. Wir parken auf einem der Besucherparkplätze und sehen, dass just in dem Moment, in dem wir das Auto verlassen, eine Unmenge von Touristen aus dem Flughafen-Shuttle vor uns in die Halle strömt. Vor Dollar und den anderen Vermietern bilden sich lange Schlangen. Wir wollen jetzt aber nicht stundenlang warten! Und beschließen, direkt in die Halle zu den Autos zu gehen. Wir steuern auf den Stand für Mitglieder des Dollar-Clubs zu. Dort angekommen spricht uns ein Mann lateinamerikanischer Herkunft an: "You are Dollar-Club-Members?" Sind wir nicht, ich nicke trotzdem, habe die Frage halt nicht verstanden. Sofort erläutere ich unser Problem und der Mann ist sehr hilfsbereit. Er zeigt auf einen Dodge Durango der gerade zurückgegeben wurde. Er würde kurz gereinigt, für uns dann reserviert und wir könnten ihn dann sofort mitnehmen, sobald wir das andere Auto abegeben haben. Sollte etwas bei Dollar mal reibungslos klappen? Wir sind verhalten optimistisch. Schnell holen wir das Auto, bevor Jose sich nicht mehr an uns erinnert. Wir fahren unseren alten Dodge in die "Return"-Schlange und laden unser Gepäck aus, im Parkhaus der Mietwagenfirmen ist es mit Sicherheit an die 50°C. Wir fühlen uns wie in der Sauna und freuen uns, als ein Mitarbeiter sich uns zuwendet. Die freundliche Miene erlischt, als er auf die Windschutzscheibe blickt. In Windeseile zückt er einen weißen Kreidestift und markiert die Schäden auf der Scheibe weiträumig. Einen Schadensbericht müßten wir auch noch ausfüllen, oh, dass hätte er noch nie gemacht. Wir zeigen ihm den bereits ordnungsgemäß ausgefüllten Schadensbericht aus unseren Unterlagen, aber der sei nicht der Richtige. Also alles von vorne auf einem neuen Bogen. Wir schreiben in der mind. 50°C heißen Parkgarage auf der noch viel viel heißeren Motorhaube alles noch einmal von vorne in einen ähnlichen Bogen. Mittlerweile hören wir von vielen Stellen, dass der Schaden durch unsere Versicherung (LDW) abgedeckt sei. Trotzdem ist der Mann an der Autorückgabe unsicher, ich entdecke Jose von eben wieder und eile auf ihn zu. Die beiden beratschlagen auf spanisch miteinander und innerhalb von sehr kurzer Zeit nach zwei Unterschriften sitzen wir in unserem neuen Dodge Durango in braun-metallic. Dieser hat wieder Ledersitze und sogar eine für Fahrer und Beifahrer getrennt zu regulierende Klimaautomatik. Hurrah, jetzt kann jeder die Temperatur selbst einstellen. Wir können es nicht glauben, dass alles so reibungslos geklappt hat. Schnell die Koffer hinein und ab zum Ausgang. Wir können es uns nicht verkneifen, auf dem Weg dorthin noch an der Schlange der Allradfahrzeuge vorbeizufahren und zu sehen, was es im Moment dort zur Auswahl gibt. Aber: Wir scheinen wirklich Glück gehabt zu haben, es stand dort nicht ein einziges Fahrzeug! Mittlerweile ist es kurz nach 14:00 und wir wollen vor der weiteren Fahrt durch die Wüste noch ein Lunch einnehmen, Las Vegas bietet hier die Qual der Wahl. Schließlich fällt unsere Wahl auf "P.F. Chang´s", eine Restaurantkette für chinesisches Essen im Planet Hollywood-Hotel. Wir waren noch nie in einem dieser Lokale und waren sehr begeistert. Wir überlegen kurz, die Nacht in Las Vegas zu verbringen, um uns die Show des Zauberes Hans Klok anzusehen, der im Planet Hollywood auftritt (mit Pamela Anderson - als Gag für die männlichen Zuschauer nehme ich an) und für die uns vergünstigte Karten angeboten werden. Wir telefonieren mit ein paar Hotels in Las Vegas, aber diese sind entweder komplett ausgebucht oder wegen des Wochenendes völlig überteuert zum vierfachen des Normalpreises. Da darf die MTV-Music-Awards-Verleihung im Palms-Hotel auch gerne ohne uns stattfinden, wir fahren wie geplant nach Californien weiter. Da bislang immer Joachim gefahren ist, habe ich nun die Ehre, den neuen Durango "einfahren" zu dürfen und finde, es fährt sich mit ihm sehr gut. Die erhöhte Sitzposition ist angenehm und den riesigen Motor hört man im Innenraum überhaupt nicht. Der Benzinverbrauch ist im Rahmen, unser kleiner Lincoln hat im letzten Jahr eher mehr verbraucht. Nach dem Studium der Karte stellen wir fest, dass der Weg von Las Vegas nach Los Angeles bzw. San Diego nur unwesentlich zu Ungunsten von San Diego unterscheidet und entscheiden spontan, die noch ungeplante freie Nacht in San Diego zu verbringen und diese Stadt zu erkunden, bevor es weiter nach L.A. geht. Nach 359 Meilen und 5 Stunden Fahrt sind wir nun in San Diego angekommen. Auch mit diversen Discount-Gutschein-Heften ist San Diego ein eher teures Pflaster für Motels, v.a. am Wochenende. Wir landen sclhließlich bei "Motel 6". Als wir zu unserem Zimmer gehen, sehen wir, dass es nur 150m von einem 10-spurigen Highway entfernt liegt.. In den USA ist es ja oft laut, wir haben also "Oropax" dabei... Bis morgen! ( P.S. heute keine Bilder, da wir keine interessanten Bilder gemacht haben) | |
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