Sonntag, 09.09.2007


Die Nacht neben dem 10-spurigen Highway haben wir trotz aller Befürchtungen gut überstanden. Der Wecker klingelt um 7:30 Uhr und kurze Zeit später sind wir schon wieder unterwegs, dieses Mal zunächst für ein Frühstück. Wir fahren zum "International House of Pancakes" eine Kette, die neben Pfannkuchen das übliche Programm mit Hamburgern, Eiern zum Frühstück (und auch sonst den ganzen Tag), Pommes etc. anbietet. Als wir dort ankommen, ist schon sehr viel los, es ist Sonntag. Trotzdem geht alles so schnell und routiniert wie immer. Wir stellen fest, dass wir gestern die Uhr gar nicht von Utah- auf Kalifornienzeit umgestellt hatten und so aus Versehen eine Stunde früher aufgestanden sind als geplant. Um so besser, desto früher sind wir auch an unserem heutigen Ziel, dem San Diego Zoo.
Der San Diego Zoo ist einer der größten der USA und liegt in einem botanischen Garten, so dass nicht nur die Tierausstellungen, sondern auch die ganze Umgebung sehr sehenswert sind. Als wir um kurz vor 10:00 Uhr eintreffen, ist der Parkplatz gut gefüllt, aber wir bekommen noch einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe eines "Aussichtsturmes", auf dem ein Angestellter steht und auf den Parkplatz hinunterschaut. Wir nehmen an, dass es sich hierbei um eine Maßnahme gegen Diebstahl handelt und sind etwas beruhigter, unser Auto mit samt Gepäck dort abzustellen, Alarmanlage im Auto hin- oder her.
An der Kasse bekommen wir einen Lageplan des Zoos und eine Übersicht über das Programmangebotes des heutigen Tages. Wir beschließen, zunächst an der 40-minütigen Busrundfahrt teilzunehmen, um uns zu orientieren.

Bustour durch den San Diego Zoo
Falls man nicht laufen möchte, kein Problem, es gibt ja den Bus!

In der Tat kann man den Zoo gut erkunden ohne auch nur einen Schritt zu Fuß machen zu müssen! Offene Doppeldeckerbusse fahren langsam durch das ganze Gelände und halten an den interessantesten Tiergehege an, die Fotoapperate klicken fleißig und der Fahrer berichtet Wissenswertes über die Tiere. Die leicht zu begeisterten Amerikaner sind völlig aus dem Häuschen. Uns gefällt es aber auch sehr gut.


Auge-in-Auge mit einer Giraffe
Die Fahrt mit dem Bus ermöglicht einen völlig neuen Blickwinkel auf einige Tiere...

Neben den Tieren gibt es sehr viele unterschiedliche, interessante Pflanzen zu sehen, viele blühen und die meisten davon haben wir davon noch nie gesehen. Eine botanische Führung wäre eine gute Idee, wird aber (noch) nicht angeboten. Die Tiere werden in sehr großen und schönen Gehegen präsentiert. Sehr gut gefallen hat uns das Gorillagehege, hier ist plötzlich einer der riesigen Gorillamännchen in hohem Tempo direkt auf einen Zuschauer zugerannt, da vergißt man glatt das dicke Glas dazwischen und bekommt einen gehörigen Schreck!
Neben Menschenaffen gibt es Eisbären, Raubkatzen, Koalas, Reptilien und, und, und zu sehen. Sehr niedlich sind die "Sun Bears" und natürlich die Panda-Bären!

Erdmännchen im San Diego Zoo
Immer gut aufpassen!

Eisbären im San Diego Zoo
Nicht Knut, aber auch ganz niedlich.

Eisbärengehege
Ein Vegetarier in den USA?!

Um die Panda-Bären zu sehen, warten die Besucher geduldig in Schlangen. Schilder machen die Wartenden darauf aufmerksam, dass die Panda-Bären empfindlich sind und man ruhig sein sollte. Als wir im Gehege ankommen, sitzt in einer Ecke eine Angestellte auf einem Stuhl, die über eine Lautsprecheranlage ohne Pause in ordentlicher Lautstärke Wissenswertes über die Pandas an die vorbeieilenden Besucher  verbreitet und wiederholt solche Dinge sagt wie: "Bitte leise sein!", "Bitte gehen Sie weiter!". Ist das kein Lärm?? Na ja, direkt neben dem Pandagehege befindet sich ja auch noch ein großes Fastfood-Lokal... Auch nicht gerade leise. Auf uns machten die Pandas trotz der Lärmkulisse einen sehr relaxten Eindruck, sie saßen fotogen den Touristen zugewandt, vor sich jeweils einen riesigen Berg von Bambus und haben fleißig gefuttert. Sie sehen wirklich aus wie zu Leben erwachte Teddybären! Alle waren begeistert, wir eingeschlossen.

Panda-Baren im San Diego Zoo 1
Bloß nicht zu schnell bewegen!

Panda-Bären im San Diego Zoo 2

Anschließend haben wir einer Tierdemonstration beigewohnt, bei der uns einige Tiere aus der Nähe präsentiert wurden, so ein exotisches Wildschwein, ein seltener Vogel, eine Raubkatze und ein Polarwolf. Dieser war besonders niedlich.

Arktischer Wolf

Im Reptilienhaus war leider gerade ausgerechnet bei den verschiedenen Spezies der Klapperschlangen die Beleuchtung ausgefallen, so dass wir nicht schauen konnten, welche Klapperschlange wir im Grand Canyon nun genau gesehen haben (es gibt in den USA viele verschiedenen Subspezies der Klapperschlangen, im Grand Canyon gibt es alleine fünf verschiedene Arten, darunter auch die Grand Canyon-Klapperschlange, die es nur dort gibt). In der Ausstellung gibt es auch eine "Spuckende Kobra" zu bewundern, es gibt sie also doch!

Da der San Diego Zoo in einem hügeligen Gelände angelegt wurde, gibt es tatsächlich Rollbänder(!), die einen wieder bergauf befördern! Für ganz Eilige zusätzlich noch eine Seilbahn, die den Park komplett überspannt. Trotz dieser Hilfsmittel schaffen wir nur einen Teil des Parkes anzusehen.  Also noch einmal schnell zur Bustour! Es ist die letzte Bustour für diesen Tag und der Fahrer teilt uns während der Fahrt noch drei Male mit, dass ab morgen eine große Umbaumaßnahme im Zoo beginnt, die 18 Monate dauern und mit Umsiedlung von Tiergehegen einhergehen wird. Die Bustour wird nur noch eingeschränkt durchgeführt. Wir fühlen uns nach so viel Sentimentaliäten seitens des Fahrers am Ende auch ganz gerührt, dass wir die Ehre hatten, an dieser historisch letzten großen Bustour teilzunehmen.

Bevor wir die Weiterreise  nach Los Angeles antreten, essen wir in San Diego noch bei "Benihana" einer sehr beliebten japanischen Lokalkette. Zuvor muß jedoch das Auto noch fachgerecht abgestellt werden. Vor dem Lokal ist ein Parkplatz, dieser ist gut belegt, einige freie Lücken können wir ausmachen, diese sind jedoch reserviert. Für 5 Dollar ist "Valet-Parking" vorgesehen, d. h. man gibt seinen Wagen mit Schlüssel einem wartenden Angestellten, erhält eine Quittung und der Angestellt fährt das Auto lediglich 10m weiter auf die freie Parklücke. Würde in Deutschland keiner machen, hier ist es normal. Wir freuen uns, dass dann das Auto wenigstens mit unserem Gepäck unter Beobachtung ist. Im Lokal bekommen wir für einen Festpreis so viel Sushi wie wir mögen und das Sushi ist qualitativ erstklassig. Wir fühlen uns wie im Schlaraffenland und sind viel zu früh schon satt, bevor wir alles probieren können.Schade.
Die Fahrt von San Diego zu unserem Hotel in West Hollywood ist gute 100 Meilen lang, während der ganzen Zeit passieren wir ein nicht abreißendes Häusermeer auf beiden Seiten der Autobahn. Der Großraum Los Angeles ist einfach riesig!! Die Autobahn ist pro Richtung 5 bis 6-spurig, der Verkehr sehr zähflüssig, größere Staus bleiben uns jedoch zum Glück erspart und das zwischen 21:00 und 22:00 Uhr!
Als wir endlich in unserem Hotel am Sunset Strip ankommen, fallen wir todmüde ins Bett, das Schreiben des Berichtes vertagen wir auf morgen.
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