Montag, 10.09.2007


Um 7:30 Uhr weckt uns Baulärm, im Stockwerk über uns hämmert es und der Bohrer läuft heiß. Schade, eigentlich wollten wir es in Los Angeles ruhig angehen lassen und das zweite Mal in unserem Urlaub hatten wir extra keinen  Wecker gestellt. und dass, wo unser Hotel sogar Frühstück bis 11:30 Uhr anbietet...
Frühstück in amerikanischen Hotels ist ja eigentlich eher ungewöhnlich, dieses Mal ist nicht nur möglich, sondern sogar ohne zusätzliche Kosten für AAA-Mitglieder, dem amerikanischen Automobil-Club, dem man auch angehört, wenn man eine ADAC-Mitgliedschaft hat und in Deutschland sich eine entsprechende Karte ausstellen läßt. Wir haben bislang schon einige Ermäßigungen darüber bekommen, die Karte aber noch nie vorzeigen müssen. Auch gestern nicht.
Wir sind überrascht, das Frühstück ist ziemlich gut, der Frühstücksraum sowie das Hotel an sich sind ziemlich stylisch. Zimmertausch kein Problem. Wir sind gespannt, das neue Zimmer liegt statt im zehnten im siebten Stock und zur Rückseite des Hotels. Mal sehen!

Da wir unsere L.A. - Reiseführer alle zu Hause vergessen haben, beschließen wir, einen neuen zu kaufen und fahren zum "Farmer´s Market" in der 3rd-Street. Angeschlossen gibt es ein sehr schönes Einkaufszentrum "The Grove".

Einkaufszentrum The Grove

Hier im riesigen Buchladen werden wir fündig und erstehen einen neuen L.A.-Reiseführer. Natürlich bleibt es bei einem solch schönen Einkaufszentrum nicht nur beim Bücher-Shoppen, sondern wir steuern den nächsten Klamottenladen an, Joachim möchte eine weitere Jeans. Zum Kaufen einer Jeans benötigt man mittlerweile ein ausgefeiltes Vokabular: "Straight Leg?", "Slim Fit?", "Low Rise?", "Boot-Leg"? oder lieber "Relaxed" mit "straight leg opening"? Der normale amerikanische Kunde scheint diese Fragen schon lange für sich beantwortet zu haben, wir probieren geduldig die verschiedenen Modelle und werden langsam schlauer, welcher "Style" denn der Richtige sein könnte. Bei GAP werden wir schließlich fündig, schauen jedoch auch noch einmal bei "Abercombie & Fitch" vorbei, hier stehen am Eingang ein männliches, spärlich bekleidetes Model und ein weibliches Model in Sommerkleid und locken die Kunden hinein. Die Wände des riesigen Ladens sind deckenhoch mit Regalen voller Jeans jeglicher Form und Farbgebung gefüllt, jedoch macht die dauerhafte Musikbeschallung mit mindestens 150dB die Konversation mit dem Verkäufer sehr schwierig. Man schreit sich an und versteht doch nur die Hälfte. "Too small?" "What?! You want them all?" Wir schaffen es, den Laden ohne Hörschädigung zu verlassen und fahren zurück zum Hotel, wo wir am Pool den neu erstandenen Reiseführer durchsehen wollen.

Unser Hotelpool in L.A.
Die Poolanlage unsere Hotels mit Blick auf die Hollywood Hills.

Der Pool liegt auf dem Dach des Hotels und wir können über die gesamte Stadt sehen und zur anderen Seite zu den Hollywood Hills mit den schönen Villen, sehr nett.

Blick von unserem Hoteldach auf den Sunset Boulevard
Blick von unserem Hoteldach auf den östlichen Sunset-Boulevard


Blick auf L.A. Downtown vom Dach unseres L.A. Hotels
Und hier der Blick auf der anderen Seite: Vordergrund Art-Deco-Hotel am Sunset, im Hintergrund Downtown-L.A.

Abends fahren wir wieder zu "The Grove", da diese auch ein sehr schönes Kino hat, welches wir heute abend besuchen wollen.

Neon-Sign The Grove


Vorher geht es zur "Cheesecake Factory", wieder eine Lokalkette, die es in größeren Städten der USA gibt und nicht nur bei uns sehr beliebt ist. Ein Tisch ist nicht frei, wir bekommen von der Anmeldung eine Art Handy mit, dieses vibriert und gibt einen Signalton ab, sobald wir einen Tisch bekommen können. Eine geniale Idee. Wir wandern also wieder durch das Einkaufszentrum und statten dem Apple-Store einen Besuch ab. In dem Laden ist es zum Platzen voll, alles drängt sich um I-Pod und Co. Wir finden das I-Phone sehr schön und bewundern mal wieder die erfolgreiche Firmenstrategie von Apple, als uns das Lokal zu Tisch ruft.

Einkaufszentrum The Grove nachts
The Grove nachts, sehr hübsch mit der Neonröhrenbeleuchtung, von Las Vegas kopiert: Die Mini-Wasserspiele.

Üblicherweise muß man in den USA ja immer warten, auch wenn für unsere Verhältnisse noch mindestens 50% der Tische frei sind, wir bleiben da mittlerweile gelassen. Heute ist es jedoch tatsächlich so, dass wir den einzigen freien Tisch im ganzen Lokal bekommen. Wir sitzen auf dem Balkon und obwohl es noch um die 20-25°C warm ist, frösteln wir, in Utah und Arizona war es abends immer noch total heiß gewesen! Die Portionen sind wie immer total riesig, v.a. von Joachims Essen könnten locker zwei satt werden. Joachim schafft 80% und wir beobachten erstaunt, dass unsere Nachbarinnen, zwei zierliche asiatische Frauen mit Kleidergröße max. 32 und einer Körpergröße von ca. 1,50m beide eine riesige Hauptspeise komplett verspeisen. Ein Tisch weiter sitzt ebenfalls ein asiatisches Pärchen, die augenscheinlich zum ersten Mal in dieser Lokalkette sind, brav eine Vorspeise bestellt hatten und nun beim Eintreffen der Hauptspeise das Essen erst einmal kichernd fotografieren. Eigentlich ist das Lokal ja berühmt für seine Nachspeise, Käsekuchen in allen Variationen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand es noch bis zum Dessert schaffen soll!  Wir werden noch einmal wiederkommen, das Essen hat nicht nur große Portionen, es ist nämlich vor allem sehr lecker.
Als wir fertig sind, haben alle interessanten Filme schon angefangen und da wir nicht auf die weiteren Vorstellungen warten wollen, fahren wir retour zu unserem Hotel und fahren mit unserem Durango noch einmal den Sunset-Strip entlang. Mal sehen, was wir morgen machen....
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