Home 1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche Gästebuch | Mittwoch, 12.09.2007 Heute klingelt wieder der Wecker, wir wollen im Urlaub schließlich einiges unternehmen, was, das wollen wir bei einem gemütlichen Frühstück spontan entscheiden. Wir packen also unsere neu erworbenen Reiseführer von L.A. ein und machen uns auf den Weg in das hoteleigene Restaurant. Unsere Mitgliedschaft im AAA-Club (dem ADAC-Pendant in den USA) ermöglicht uns jeden Tag ein "Complimentary Full Breakfast" im Hotel. Man kann a la Carte frühstücken oder das Buffet wählen. Da gibt es die üblichen amerikanischen Leckerli, Eier in allen Varianten, Müsli, Muffins, andere Gebäckteilchen, Bagels und sehr lecker - frische Melonen und Ananas. Die Wassermelonen schmecken wie überall total super süß und sind eine echte Empfehlung. Bedient werden wir von Jose und seinem Kollegen, die sehr aufmerksam sind, heute gibt es sogar noch "Coffee to go", ob wir wohl eine Koffein-Vergiftung bekommen? Wir beschließen, das "Hollywood"-Schild näher zu begutachten und wollen versuchen, es gut auf Digitalfilm zu bannen, dies ist uns bei den bisherigen Besuchen nie gelungen. Man sieht das Schild von fast überall, aber zu fotografieren ist es sehr schwierig. Unsere Reiseführer bieten Abhilfe und schlagen einige Stellen vor, an denen man das Schild gut sehen kann. Wir werfen eine Blick auf die Straßenkarte und fahren mit unserem Durango los. Dieser braucht Benzin, aber auch in Hollywood ist fast an jeder Straßenecke eine Tankstelle. Jedoch: Tanken wie in Deutschland: Anhalten, Tankklalppe auf, Benzin rein und bezahlen funktioniert nicht in den USA! Man muß zuerst bezahlen, d. h. entweder man muß abschätzen, wie viel Benzin man braucht und gibt den entsprechenden Geldbetrag dem Kassierer, der dann die Zapfsäule freigibt (ist der Tank schon voll, bevor das Geld alle ist, bekommt man die Differenz erstattet, muß sich dann aber noch einmal anstellen - ist also umständlich!) oder man steckt seine Kreditkarte in die Zapfsäule, die dann das Benzin sofort freigibt und man kann dann tanken wieviel man braucht. Hat man endlich eine Benzin-Freigabe, ist noch ein wenig Tüftelei angesagt, denn bevor Benzin fließt muß man noch den einen oder anderen (es ist nie gleich, immer einen anderen, sonst wäre es ja langweilig!) Hebel umlegen, ziehen oder sonst etwas damit machen, damit das Benzin tatsächlich in den Tank kommt. Um es kurz zu machen, tanken macht irgendwie keinen Spaß. Heute stecken wir wie üblich unsere Kreditkarte in den entsprechenden Schlitz und die Tanksäule möchte unsere Postleitzahl wissen. Kein Problem, doch leider kennt die amerikanische Tanksäule keine deutschen Postleitzahlen, beziehungsweise welche müssen wir denn dann angeben? Unsere Heimatpostleitzahl, die Postleitzahl der Bankfiliale oder der Bankzentrale??? Egal, dies kennen wir schon von Tankstellen der Marke Chevron, nichts funktioniert, die Karte wird abgelehnt und man muß dann doch die Prozedur mit der Barzahlung auf sich nehmen. Leider werden immer mehr Tankstellen auch anderer Marken auf dieses System umgestellt und heute war ich so genervt, dass ich es doch noch einmal mit unserer Postleitzahl versuche und tatsächlich: Es klappte (schon 50 Mal versucht, hat bisher noch nie geklappt...hurra). Nach gut 20 Gallonen ist unser Tank wieder voll. Wir machen uns auf den Weg zur Kreuzung Franklin Ave / Gower Ave (Empfehlung unseres Reiseführers zum Sehen des Hollywood Sign) und kommen am Hollywood Boulevard, wo die bekannten Sterne der Stars in den Bürgersteig eingelassen sind, vorbei. Dort sehen wir, dass mit großem Aufwand Filmarbeiten stattfinden. Die ganze Straße ist abgesperrt und da wir so ohnehin nicht wie geplant zu unserem Ziel fahren können, beschließen wir zu parken und uns ganze Mal aus der Nahe anzusehen. ![]() ![]() Kein Verkehrsunfall, alles nur gespielt! Dreharbeiten auf dem Hollywood Boulevard Über eine Länge von ca. 200-300m stehen mehrere Autos teilweise ineinander verkeilt und beschädigt herum, die Straße ist teilweise aufgebrochen und am Ende der ganzen Szenerie befinden sich gigantische Windmaschinen. Überall sind massenhaft Leute zu sehen, die teilweise sehr unmotiviert herumstehen. Plötzlich ist wohl "Action", denn die Windmaschinen dröhnen los und Helfer streuen schnell zerrissenes Zeitungspapier in den Wind. ![]() Nach 10sec ist alles vorbei. Wir wollen uns noch näher an das Geschehen heranarbeiten, als wir endlich einen guten Sichtplatz ergattert haben, passiert - gar nichts. Und zwar sehr lange. Ein paar offensichtlich wichtige Leute laufen hin- und her, die meisten langweilen sich aber sehr. Wir fragen, was es denn für ein Film sei, uns wird mitgeteilt, es sei ein Action-Film. Auf diese Idee wären wir natürlich nicht gekommen!! Es ist wohl der neueste "Superhero"-Streifen, einen Schauspieler haben wir nicht gesehen. Zumindest keinen, dessen Gesicht wir erkannt hätten. Geduldig warten wir weiter, die Windmaschinen werden neu positioniert und auch das gigantische Sonnensegel über der gesamten Szenerie wird gerichtet, aber es passiert wieder nichts. ![]() Viele Menschen sind beschäftigt und stundenlang passiert nichts Unser Fazit - auch schon von anderen Filmarbeiten, die wir bei früheren Besuchen in L.A. gesehen haben - ist, viele Leute stehen herum und es wird riesigen Aufwand betrieben, um letztendlich wenige Sekunden Film abzudrehen. Uns wird langweilig und wir gehen in das neugeschaffene Einkaufszentrum Highland / Hollywood, welches 2001 fertiggestellt wurde und dessen angrenzendes Kodiak-Theatre seit wenigen Jahren Schauplatz der Oscar-Verleihung ist. Das Einkaufszentrum lohnt keine Besuch, hier gibt es nichts, was es woanders nicht viel schöner geben würde, aber man hat einen schönen Blick auf das "Hollywood-Sign", wenn auch aus ziemlicher Entfernung und das lockt uns. Nach ein paar Fotos geben wir uns, da wir nun schon einmal da sind, das volle "Touristenprogramm" und laufen auch ein bißchen an den Sternen vorbei zum "Graumann´s Chinese Theatre", wo im Beton die Fuß- und Handabdrücke der Stars im Fußboden eingelassen sind. Neben dem Grand Canyon South Rim ist dies die schlimmste Ansammlung von Touristen, die wir uns vorstellen können. Ständig wird man von anderen Leuten über den Haufen gerannt. Wir machen tapfer ein paar Fotos und sehen zu, dass wir den Durango schnell wieder aus dem Parkhaus holen. ![]() Die Sterne auf dem Hollywood Boulevard ![]() Graumann´s Chinese Theatre, davor sind auf dem Boden die Fuß- und Handabdrücke der Stars zu sehen Nun geht es weiter zu den Aussichtspunkten für das Hollywood Sign. An der Kreuzung Franklin Ave. / Gower Ave. herrscht ordentlich Verkehr, wir schauen nur kurz aus dem Fenster und fahren weiter zum North Beachwood Drive. Hier bietet sich ein schöner Ausblick, wir halten an und machen einige Fotos, die jedoch durch die unvermeidlichen oberirdischen Stromleitungen nicht perfekt werden können. ![]() Das Hollywood Sign fotografiert vom North Beachwood Drive Unser nächstes Ziel soll das Griffith Observatorium sein, dies liegt auf einem Hügel im gleichnamigen Park. Das weiße Gebäude (hat schon sehr oft als Kulisse in Fernsehfimen gedient) ist eine dicke Empfehlung in unserem Reiseführer, ebenso der Park, der Reitwege, Wanderwege, Picknick-Plätze, einen Botanischen Garten und einen Zoo beherbergt. Auf dem Weg zum Parkeingang fahren wir durch hügelige. mit engen Straßen überzogene Villenvororte. Die Häuser sind phantasievoll gestaltet, keines gleicht dem anderen, alle müßen eine gigantische Aussicht auf die Stadt haben, v.a. bei Nacht. Autos kommen uns zum Glück nicht viele entgegen (unser Durango füllt die Straßen nämlich auch alleine gut aus) und wenn, dann sind es alles sämlichst Gärtner in Pick-Ups lateinamerikanischer Herkunft. Die Vorurteile aus "Desperate Housewives" scheinen einen wahren Kern zu haben.... Nachdem wir den Eingang zum Griffith-Park passiert haben, glaubt man kaum, dass L.A. in unmittelbarere Nähe ist, es gibt eine lichten Wald, überall Picknick-Tische und einige ausgeschilderte Wanderwege! Leider ist urplötzlich die Straße gesperrt und wir können nicht weiter. Mangels genauer Karte wissen wir nicht, wie es alternativ zum Observatorium geht. Wir fragen in einem kleinen Coffee Shop am Weg und erfahren, dass man z.Zt. nur zu Fuß dorthin kommt, 25 Minuten eine Richtung. Der Weg sieht einladend aus, aber da wir nicht wissen, ob bei der Straßensperrung das Observatorum tatsächlich geöffnet hat, verzichten wir auch angesichts der schon fortgeschrittenen Zeit auf einen Besuch. Schade, aber es ist gut, wenn man noch etwas hat, was man beim nächsten Besuch machen kann. Wir fahren also alles wieder zurück, finden dieses Mal aber einen direkteren Weg ohne den Umweg über die engen Gassen der Villenviertel und beschließen, die verbleibende Zeit mit einem Besuch in Beverly Hills zu verbringen. In Beverly Hills gibt es den bekannten "Rodeo Drive", die angeblich teuereste Einkaufsstraße der Welt mit Geschäften wie Versace, Gucci etc. Die Geschäfte sehen ganz nett aus, aber es bevölkern eigentlich nur Touristen die Straße. Am Ende der Einkaufszeile liegt das Beverly Wilshire Hotel, bekannt aus dem Film "Pretty Woman", von außen ganz nett, innen kennen wir es nicht. ![]() Das Beverly Wildshire Hotel vom Rodeo Drive aus gesehen. Schöne Blumen! Ebenfalls dort wurde für mehrere Millionen Dollar ein Teil des Rodeo Drives mit Kopfsteinpflaster und Laternen im Stile einer italienischen Stadt verschönert, alles sehr steril. Kopfsteinpflaster für so viel Geld? Die sollten einfach mal zu uns nach Hause kommen, dort haben wir Kopfsteinpflaster zum Abwinken. Lohnt der Rodeo Drive eigentlich nur einen kurzen Besuch, "um es mal gesehen zu haben", gibt es in den benachbarten Straßen, z.B. dem Beverly Drive ganz normale Geschäfte in denen man sehr schön bummeln kann und schöne Restaurants. Hier sieht man im Gegensatz zum Rodeo Drive auch mal einheimische Einkäufer. Parken ist - erstaunlicherweise - deutlich billiger als in den Touristenvierteln in Hollywood, die erste Stunde in den zahlreichen Parkhäusern ist gratis. ![]() ![]() Einkaufen in Beverly Hills In L.A. ist immer dichter Verkehr und man verbringt - wie wir heute wieder einmal festgestellt haben - viel Zeit im Auto. Da wir um 17:30 Uhr bei den Filmstudios von Warner Brothers in Burbank sein müssen, um den Dreh der Fernsehserie zu erleben, beschließen wir angesichts der Verkehrsbedingungen rechtzeitig loszufahren. Unser Navigationsystem zeigt 9 Meilen bei einer geschätzten Fahrzeit von 20 Minuten, da es 16:30 Uhr ist, fühlen wir uns mit ausreichend Sicherheitsreserve ausgestattet. Unterwechs planen wir noch einen Besuch bei einem der vielen Fast Food Ketten, da der Dreh mehrere Stunden dauern soll und wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben. Doch unsere optimistische Einstellung wird schnell zerstört, für die ersten drei Meilen benötigen wir 45 Minuten, man fährt 20 Meter, dann beginnt ein kleiner Stau, nachdem die Ampel vor uns grün wird fährt man wieder 20 Meter und steht im Stau und so weiter. Neben uns schiebt ein vermutlich obdachloser Mitbürger seinen überladenen Einkaufswagen über den Bürgersteig, er ist scheller wie wir. Das kostet Nerven, wir verzichten auf Fast Food und plündern im Auto unseren Notvorrat und hoffen, dass wir es halbwegs bis 18:00 Uhr schaffen, denn so lange haben wir zumindest theoretisch noch eine Möglichkeit auf Einlaß. Nach 55 Minuten sehen wir die Ursache des Staus, ein auf dem rechten Fahrstreifen liegen gebliebener Linienbus. Als wir ihn passieren denken wir, na dann wird es doch bestimmt gleich besser rollen! Wir biegen auf den Highway ab, aber auch da: Bewegung allenfalls im Schritttempo. Da wir gleich die erste Ausfahrt nehmen müssen, schlängeln wir uns von ganz links (in den USA gibt es Auf- und Abfahrten zu Autobahnen rechts und links) über sechs dicht gepackte Spuren nach ganz rechts zur Ausfahrt. Diese Spur wollen nicht viele benutzen. Wir beschleunigen auf schwindelerregende 40 mph und machen ordentlich Meter gut. Noch 2,5 Meilen und schon 17:30 Uhr, es wird spannend!! Doch in Burbank findet der Verkehr hauptsächlich in der anderen Richtung statt, wir erreichen um 17:35 Uhr hungrig, aber glücklich doch noch das Studio. Im Parkhaus steht schon eine riesige Schlange von potentiellen Zuschauern. Die Karten für solche Fernsehaufzeichnungen kann man üblicherweise im Internet bestellen (www.tvtickets.com), sie sind kostenlos und die Shows werden ühlicherweise gnadenlos überbucht, das heißt, nur frühes Erscheinen sichert den Erfolg. Wir kramen unseren Flyer heraus und siehe da, wir bekommen sofort den Platz am Beginn der Warteschlange. In Deutschland wären wir wahrscheinlich mit bösen Kommentaren versehen worden, als wir so nach vorne geführt werden, aber in den USA ergibt man sich als potentielle Zuschauer ergeben in sein Schicksal und wartet geduldig, was passiert. ![]() Hier unsere "Eintrittskarte" für den Filmdreh der Sitcom "The Big Bang Theory", fotografieren im Filmstudio leider strengstens verboten! Mitarbeiter führen uns in kleineren Gruppen vom Parkhaus über eine Ampel auf die andere Straßenseite ins Filmstudio hinein. Hierbei wird peinlich genau darauf geachtet, dass niemand von einem Auto überrollt wird oder gar bei Rot über die Ampel gehen muß! Nach dem Eingang erfolgt eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, Taschen müssen geöffnet werden, Metallgegenstände müssen in ein Körbchen abgelegt werden und dann der Mensch ab durch einen Metalldetektor. Die nächste Station ist eine Toilette, wir werden eindringlich aufgefordert, dies doch noch zu erledigen. Brav leisten wir Folge und es wird gewartet, bis die kleine Gruppe wieder vollzählig ist. Nach kurzem Fußweg zur Soundstage Nr. 25 erfolgt dort im Eingangsbereich noch einmal eine weitere Sicherheitskontrolle wie zuvor. Handys, Kameras die bislang noch nicht entdeckt wurden, müssen abgeben werden, kommen in eine Tüte und können nachher wieder abgeholt werden. Wir haben sicherheitshalber alles vorher im Auto gelassen (etwas schweren Herzens, aber das Parkhaus ist bewacht). Fotografien ist leider nicht erlaubt. Danach bekommt man einen Sitz auf einer breiten Tribühne zugewiesen, wir sitzen genau in der Mitte in der dritten von ca. 6-7 Reihen. Genial! Vor uns befindet sich der Set, dieser besteht aus mehreren abgeteilten Einheiten, die verschiedene Räume der Serie darstellen. Es ist genau, wie wenn man ein Theater besuchen würde, nur dass die Bühne sehr breit ist und direkt davor einige Kameras sind. Über uns aufgehängt sind viele Mikrophone und auch einige Bildschirme, hier sehen wir das Geschehen, wie es später im Fernsehen zu sehen sein wird. Wir kommen ins Gespräch mit Carolyn unserer Nachbarin, sie ist ca. 45-50 Jahre alt und ein richtiger "Profi", hat schon viele Sit-Coms gesehen und war schon "Platzfüller" bei Preisverleihungen im Shrine Auditorium etc. Sie ist gerade von einem fünfwöchigen Backpack-Trip aus Skandinavien zurückgekommen. Eine ungewöhnliche, sehr nette Amerikanerin. Die Wartezeit wird durch unsere Unterhaltung angenehm verkürzt, es dauert, bis alle Zuschauer die Sicherheitskontrollen und die Toilettenpause absolviert haben und endlich alle Plätze gefüllt sind. Ein Mitarbeiter der Filmstudios erscheint auf der Tribüne, er wird für die nächsten Stunden unser Betreuer, bzw. Stimmungsmacher sein. Die Serie "The Big Bang Theory" ist noch neu, die erste Sendung wird erst am 24.09.2007 ausgestrahlt werden. Wir sehen über den Monitor eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse. Die Serie handelt von zwei Wissenschaftlern, die in einer WG wohnen und zwar sehr intelligent, aber ungeschickt mit Frauen sind. Als eine schöne Nachbarin einzieht nimmt das Unheil seinen Lauf.... Wir finden den Vorspann sehr lustig und freuen uns auf das weitere Geschehen. Es folgen (sehr kurze) Verhaltensanweisungen (man geht davon aus, dass hier keine Ersttäter wie wir hier sitzten) und dann ganz wichtig: Es wird mit uns eingeübt, wie wir genau zu lachen haben. Der Animateur übt es ausdauernd, hääää hääää hääää, nicht hieeee hiieee und nicht hööö hööö hööö. Kapiert? Wir lachen was das Zeug hält, damit es endlich los geht. Dann geht alles ganz schnell: Die Schauspieler kommen einzeln nach vorne und erhalten - ohne, dass sie schon etwas gemacht hätten - begeisternden Applaus und eine standing ovation. Wir kennen keinen von ihnen, aber vielleicht sind sie in den USA ja besser bekannt. Eine Frau, die den ganzen Abend nur die Klappe bedient (die gibt es wirklich, auf ihr läuft eine Uhrzeit mit Sekunden und Hundertstelsekunden in großen roten Leuchtbuchstaben), betritt die Bühne und die erste Klappe fällt. Der Regisseur ruft aus dem Hintergrund "Aaaactiiiooon" und wie im Theater spielen die Schauspieler los. Die Szenen dauern so um die 1 bis 3 Minuten, danach ruft der Regisseur "and this is a cut" und es darf geklatscht werden. Bei einer Sitcom wird die jeweilige Episode (22 Minuten, für US-TV dann mit Werbung auf insgesamt 45 Minuten Länge gestreckt) einige Tage lang zuvor von dem gesamten Team geprobt und dann schließlich vor Live-Publikum abgedreht, in der Reihenfolge, in der sie dann auch für das Fernsehen geschnitten wird. Jede der Szenen wird mindestens 1x wiederholt, für den Fall, dass es einen technischen Defekt bei der Aufnahme gab, der erst später auffällt. Einige Szenen werden aber auch noch öfter erneut gedreht, z.B. wenn sich der Schauspieler versprochen hat. Dies passiert aber eher selten, alles geht sehr professionell vonstatten. Wenn eine Szene im Kasten ist, laufen ganz viele Leute hin- und her, Kameras werden neu gerichtet, Schauspieler nachgeschminkt. Unser Stimmungsmacher bittet uns eindringlich, dass wir auch bei der zweiten oder dritten Version ordentlich lachen sollen, auch wenn wir den Gag schon kennen, hääää hääää hääää. Die Szenen sind in der Tat sehr lustig, lachen fälllt leicht. Bei größeren Unterbrechungen veranstaltet der Animateur kleine Spielchen für das Publikum damit uns die gute Laune nicht abhanden kommt; junge drei junge Frauen aus Canada müssen in die Mitte der Tribüne kommen und tanzen, eine kurze Version von Herzblatt wird inszeniert, der Stimmungsmacher zaubert und dann - sehr beliebt - werden alle Ausländer gebeten, nach vorne zu kommen. Wir stehen lieber nicht auf, obwohl unsere Nachbarin ruft, wir sollen auch nach vorne gehen. Lieber nicht! Tatsächlich beginnt alles ganz harmlos. Alle stellen sich vor und vorher sie kommen (Puerto Rico, Israel, Belgien und Tschechien - wir können es nicht glauben, dass keine Deutschen da sind, wahrscheinlich sind sie auch nicht aufgestanden) und dann kommt es auch schon: alle müssen ein Lied aus Ihrem Heimatland ins Mikrophon zum Besten geben. Was hätten wir da wohl singen sollen? "Hänschen-klein-ging-allein"? Geschafft, Hollywood durfte / konnte auf unseren Gesang verzichten! Die auserwählten ausländischen Sänger schlagen sich aber zum größten Teil sehr wacker, teilweise werden filmreife Darbietungen geboten. Überhaupt stellten wir mit Erstaunen fest, dass auch auf unserer Tribüne einiges an Showtalent vorhanden ist! Sobald das Filmteam fertig mit seinen Vorbereitungen ist, wird das Entertainmentprogramm aber sofort unterbrochen und in der nächsten Filmpause fortgesetzt. Unser Stimmungsmacher ist da sehr aufmerksam. Schließlich sollen auch wir eine gute Performance als Lachkulisse abgeben. Klappe und.... Action! Damit wir nicht vom Fleisch fallen, wird an uns in einer Pause ein Stück Pizza und eine Flasche Wasser verteilt. Schokoriegel sind weitere beliebte Pausenfüller. Um die 22 Minuten für eine fertige Episode abzudrehen, sind wir von 19:00 bis 22:30 Uhr im Studio, aber wir haben uns keine Minute gelangweilt und würden es jederzeit gerne wieder machen! Die Serie gefällt uns gut, "unsere Folge" wird in den USA vorraussichtlich am 8.10.07 gesendet werden, schade, dass wir es nicht sehen können! Nach der Aufzeichnung fahren wir dieses Mal in wenigen Minuten über leere Straßen zurück in Richtung Hotel und essen noch ein Sandwich bei "Mel´s Drive" auf dem Sunset Boulevard, auch dieses ein authentisches Lokal aus den 50er Jahren, auch hier gibt die Klimaanlage allles..... Morgen verlassen wir L.A. schon wieder und fahren weiter nach Las Vegas. | |
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