Home 1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche Gästebuch | Montag, 03.09.2007 Auch heute klingelt der Wecker wieder viel zu früh: 6:00 Uhr! Um 9:00 Uhr findet die Permit-Lotterie für "The Wave" in der Vermillion Cliffs / Paria Wilderness statt. Und ohne Permit (=Besuchserlaubnis) darf man sich diese wunderschöne Felsformation leider nicht ansehen. Jeden Tag werden 10 Permits verlost, 10 weitere wurden bereits vor 4 Monaten online vergeben. Wer jedoch nicht genau am Stichtag seine Bewerbung online abgibt hat keine Chance mehr ein solches Permit zugeteilt zu bekommen. Aber zum Glück gibt´s für Kurzentschlossene ja noch die Direktverlosung! Die Permits sind jeweils für den folgenden Tag. Da die Rangerstation ca. 30 Meilen von Page entfernt im Bundesstaat Utah liegt muß man die verschiedenen Zeitzonen berücksichtigen (Arizona und Utah liegen zwar beide in der Mountain Standart Time, Arizona hat jedoch keine Sommerzeit, Utah wohl) und 8:00 Uhr Arizona-Zeit entspricht 9:00 Uhr in Utah. Also bloß nichts verpassen und rechtzeitig losfahren. Wir erreichen die Station zeitig um 8:40 Uhr (Utah-Zeit) und sehen schon von weitem die vielen Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Im Schaufenster ist zu lesen, wieviele Bewerber sich in den letzten 4 Wochen am jeweiligen Tag um ein Permit bemüht haben. Ende August waren an jeweils drei Tagen so wenige Bewerber, dass nicht gelost werden mußte. Die Glücklichen! Gestern waren es 24 Bewerber, die höchste Zahl auf der Liste bisher. Wir wurden pessimistisch. In der Station war es dann wie erwartet sehr voll, wir meldeten uns zur Lotterie und bekamen die Nummer "10" zubeteilt. Die Stimmung war angespannt, alle warteten gespannt auf den Beginn der Verlosung, die pünktlich auf die Sekunde um 9:00 Uhr gestartet wurde. Wie uns war jeder Gruppe bereits eine Nummer zugeteilt worden, Kugeln mit den entsprechenden Nummer kamen in eine Lostrommel. Für Gruppen / Besucher, die am Vortag kein Permit gewonnen hatten und wieder zu Verlosung erschienen waren, wurden als Bonus 2 Kugeln in die Trommel gegeben, so dass die Chance für diese Besucher auf ein Permit stieg. Insgesamt wollten heute 23 Besucher ein Permit, mindestens 10 von ihnen hatten eine doppelte Chance in Form einer zusätzlichen Kugel. Wir waren extrem pessimistisch, ob es wohl mit einem Permit klappen würde. Hoffentlich... Die erste Kugel war die "17" für eine Gruppe mit 2 Personen, es blieben noch 8 freie Permits... danach fiel die "11", ebenfalls für eine Zweiergruppe, nur noch 6 Permits... und danach tatsächlich die "10"! Hurra!!! So groß unsere Freude war, so enttäuscht waren die drei Pärchen, die auch heute kein Permit erhalten hatten trotz "doppelter Chance" und wir schämten uns fast, gewonnen zu haben. Vielleicht kommen sie ja morgen erneut zur Verlosung, dann bekommen sie drei Kugeln (und so weiter für jeden weiteren Tag: 4. Tag = vier Kugeln....). Die glücklichen Gewinner wurden zum Warten aufgefordert, der Reihe nach zum Counter gerufen und mußten pro Person 5 Dollar Gebühr für das Permit bezahlen (im Verhältnis zur Aufregung der Lotterie ein wahrlich geringer Betrag!! Was passiert bloß wenn einer vor Aufregung kein Bargeld dabei hat, dann bekommt er bestimmt das Permit nicht....). Nach der Entrichtung der Gebühr erhalten wir alle eine Wegbeschreibung mit Fotos und GPS-Koordinaten, damit man auch zur Wave findet, denn einen markierten Weg gibt es nicht und vor einigen Jahren ist es wohl sehr häufig passiert, dass Leute gewonnen haben, losgelaufen sind und die Wave gar nicht gefunden haben! Und das bei Temperaturen von um die 40°C! Da sucht es sich auch nicht so gut. Die Gefahr, die Wave zu verfehlen, ist heutzutage aber sehr gering: Der Ranger geht mit uns die ausgehändigte Karte ausführlich durch und gibt zusätzliche Orientierungshinweise. Die Wave ist nämlich tatsächlich mitten in der Wildnis, d.h. zuerst einige Meilen Schotterpiste (mit unserem "Durango" kein Problem, die Leute mit den normalen Pkw wurden jedoch auch beruhigt, die Straße ist i.d. Regel auch für normale Pkw befahrbar) und danach dann noch ca. 3 Meilen durch wegloses Gelände per pedes. Wir werden berichten. Der glückliche Gewinn mußte natürlich erst einmal gefeiert werden! Das Permit gut verstaut fahren wir zurück nach Page und beschließen, ein original amerikanisches Frühstück bei "Denny´s" einzunehmen, einer sehr beliebten amerikanischen Lokalkette, die es fast überall gibt. Heute ist "Labor Day", ein amerikanischer Feiertag und so ist es auch bei "Denny´s" ziemlich voll. Nach kurzem Zwischenstop im Hotel steht schon der nächste Programmpunkt für den heutigen Tag an: Wir wollen zum "Antilope Canyon". Der Antilope Canyon ist ein sogenannter "Slot Canyon" (=Korkenzieher Canyon), d.h. er ist sehr schmal. Es gibt in der Nähe von Page den "Lower" und "Upper" Antilope Canyon, im "Upper" waren wir schon, daher sollte es dieses Mal der "Lower" sein. Der "Lower" ist nicht so überlaufen wie der "Upper" und seit dem Besuch im "Denny´s" zweifeln wir nicht mehr daran, dass es am Feiertag besser ist, die Hauptsehenswürdigkeiten zu meiden.... Die vielen Pkw auf dem Parkplatz vor dem "Upper" zeigen uns, dass wir da wohl richtig liegen. Im Gegensatz zum "Upper" Canyon, wo man nur eine Stunde mit Führung bleiben darf (damit alle mal etwas sehen können), ist das Zeitlimit für den "Lower" Canyon vier Stunden und man darf ohne Führung hinein und sich selbständig bewegen. Der "Lower Antilope" ist nicht so tief, dafür aber länger als der "Upper" und man muß etwas "klettern". 1997 wurde der Lower Antilope Canyon sehr bekannt, nachdem eine plötzliche Flutwelle ausgelöst durch ein entferntes Gewitter den Canyon überschwemmte und die Besucher sich durch die Enge des Canyons nicht retten konnten. Vor einigen Tagen gab es wieder eine Flut, so dass heute ein Teil des hinteren Canyons für Besucher gesperrt ist, dort steht noch hohes Wasser. Ein junger Indianer zeigt uns den Eingang zum Canyon, in mitten einer unspektakulären Landschaft befindet sich eine unspektakuläre Spalte im Boden, hier müßen wir hineinklettern, Leitern helfen. Zum Glück landet das kalorienreiche Frühstück bei "Denny´s" ja nicht gleich auf den Hüften und so bleiben wir (noch) nicht stecken. ![]() Hier muß man rein, bzw runter.... ![]() So sieht es unten aus, hätte man von oben nicht erwartet, oder? Weitere steile Passagen sind durch Leitern erschlossen, diese sind jedoch sehr schmal und durch die kürzliche Flut sind die Leitern und der Boden sehr schlammig. Wir arbeiten uns vorsichtig voran und tatsächlich ist der Canyon nicht so überlaufen wie sein Pendant der "Upper". Viele Besucher sind professionell ausgerüstet mit Stativ und Spiegelreflexkameras jeglicher Bauart, auch ein Fotograf mit einer Großformatkamera hat sich positioniert, um die fantastischen Farben der Felsen festzuhalten. ![]() Durch die engen Canyonwände wird der Sandstein nur indirekt von der Sonne beleuchtet und so entstehen die atemberaubenden Farben: rot-orange-gelb-beige-violett, je nach Lichteinfall. Sehr viele Besucher sind Deutsche und wir erkennen auch einige bekannte Gesichter von der Wave-Lotterie wieder. ![]() Nicht nur der Eingang, auch im Canyon ist es sehr eng. ![]() Die Farben der Felsen sind gigantisch.... Knapp 200 Fotos später verlassen wir den Canyon auf dem Weg, auf dem wir gekommen sind. Es ist faszinierend, wie der veränderte Sonnenstand die Beleuchtung auf den Felsen verändert und auch in der umgekehrten Richtung ergeben sich immer wieder neue geniale Fotomotive. Insgesamt finden wir den "Upper Antilope Canyon" zwar spektakulärer, aber leider auch sehr viel überlaufener, so dass man gar keine Zeit hat, sich alles genau anzusehen, dies war im "Lower Canyon" problemlos möglich. Wir plaudern noch kurz mit dem Großformat-Kamera-Fotografen, der am Schluß uns auch noch einmal zusammen fotografiert: ![]() Den Rest des Tages verbringen wir mit einem kurzen Besuch bei "Wal-mart", wo wir Proviant für den Folgetag einkaufen und gönnen uns ein Eis und dazu einen Milchkaffee bei Starbucks. Anschließend packen wir endlich unsere Rucksäcke aus (morgen werden sie schließlich wieder gebraucht) und waschen im hoteleigenen Waschsalon unsere Grand Canyon-Klamotten. Zum Sonnenuntergang wandern wir zu einem Aussichtspunkt auf den Colorado-River, dem sogenannten "Horseshoe Bend". Wie der Name schon vermuten läßt, sieht man von oben auf den Colorado, der an dieser Stelle eine malerische Spitzkehre um einen Felsen herum macht. Leider ist das Licht zum Fotografieren nicht günstig, wir werden noch einmal wiederkommen für diesen genialen Ausblick. Ebenso beschließen wir, in den nächsten Tagen eine Bootstour auf dem Colorado zu unternehmen, vom Fluß muß die Landschaft grandios aussehen. Abends essen wir einen Salat in einem Steakhouse. Es schmeckt vorzüglich, aber auf der Rechnung finden wir andere Preise wieder als auf der Karte und die Summe wurde falsch addiert. Wir fragen höflich nach, nach kurzer Diskussion erhalten wir schließlich eine neue korrigierte Rechnung, dieses Mal aber mit ca. 16% "Service-Aufschlag", der auf der alten Rechnung nicht aufgeführt und der auch in der Karte nicht ausgewiesen war (die zweite Rechnung war nun sogar noch höher als die erste). Natürlich wissen wir, dass in den USA die Bediehnung vom Trinkgeld lebt und geben auch entsprechend Trinkgeld, dieses aber auf der zweiten Rechnung heimlich dazuzuschreiben, finden wir schon etwas dreist. Dies ist uns bislang in den USA erst einmal passiert: In Page! Aus diesem Grunde hatten wir überhaupt erst die Rechnung so genau überprüft. Wir zahlen zur Sicherheit lieber in Cash. Auf weitere Diskussionen haben wir keine Lust mehr. Unter dem Strich stimmte das Preis-Leistungsverhältnis und die freundliche Bedienung - ein junger Schüler - kann ja schließlich auch nichts für das Geschäftsgebaren seiner Vorgesetzten, aber leider muß man hier wohl von einer systematischen "Abzocke" ausgehen. Zum Glück gibt es in Page ja diverse Fast-Food-Ketten und den "Denny´s". Wir werden also nicht verhungern. Morgen der Bericht von der "Wave", wir freuen uns schon riesig! | |
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