Home 1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche Gästebuch | Dienstag, 04.09.2007 Heute kllingelt der Wecker schon wieder sehr früh (7:00 Uhr), da soll mal keiner sagen, wir faulenzen im Urlaub! Es steht der Besuch der Felsformation "The Wave" an, für den wir gestern in einer Lotterie eine Besuchserlaubnis gewonnen hatten. Wir freuen uns sehr! ![]() Heißbegehrt: Das Permit für "The Wave" Bis wir unsere endlich unsere Rucksäcke gerichtet haben ist es schon 8:30 Uhr und wir beschließen, auf Grund der heute zu erwartenden Anstrengungen ein ordentliches Frühstück einzunehmen. Also wieder ab zum "Denny´s", der liegt bequem auf dem Weg. Ebenfalls auf dem Weg betanken wir unseren Dodge noch einmal komplett, schließlich wollen wir in ein einsames Gebiet, da ist die nächste Tankstelle weit und wer weiß.... Die Wave liegt in der Paria Canyon Region der Vermillion Cliffs, ca. 35 Meilen westlich von Page gelegen. Der Highway I-89 ist sehr gut ausgebaut und man benötigt für die Strecke ca. eine halbe Stunde aus Page. Auf halber Strecke kommen uns auf dem Highway zwei dicht aufeinanderfahrende LKW mit hoher Geschwindigkeit entgegen und gerade als sie uns passieren fliegt uns mit voller Wucht ein nicht näher zu identifizierende/s Objekt/e in die Windschutzscheibe. Es kracht sehr, sehr laut. Wir sind völlig perplex und zu Tode erschrocken. Auf unserer Windschutzscheibe sind links neben dem Fahrer zwei rundliche Einschlaglöcher und rechts unten eine Aufschlagstelle mit länglichen Sprüngen zu sehen. Wir glauben, dass es am ehesten etwas von der Ladefläche des LKW gewesen sein müßte, alles ging so schnell! Vielleicht ein Stein. Ein Kennzeichen oder ähnliches konnten wir uns natürlich auch nicht merken. Da die Windschutzscheibe zum Glück noch da sitzt, wo sie sitzen muß und uns außer einem gehörigen Schrecken nichts passiert ist, fahren wir vorsichtig weiter. Der Dodge scheint eine sehr stabile Windschutzscheibe zu haben, ein Glück. Wir halten an der Ranger Station, wo wir gestern das Permit gewonnen hatten an und inspizieren erst einmal die Scheibe und das sonstige Auto, bevor wir auf die Schotterpiste abbiegen müssen. Außer der Frontscheibe können wir zum Glück keine weiteren Schäden feststellen. Wir beschließen, unseren Tag wie geplant fortzusetzen, da wir ja doch nichts ändern können und wollen uns am Abend mit der Mietwagenfirma in Verbindung setzen. Um zur Wave zu gelangen muß man hinter der Ranger Station vom Highway I-89 abbiegen und über eine Schotterpiste zunächst ca. 11 Meilen in südlicher Richtung fahren bis man an einen Parkplatz kommt. Von hier aus startet dann der Weg zur Wave, wobei "Weg" definitiv zu viel gesagt ist, einen markierten Weg gibt es nämlich nicht. Wir fahren zunächst völlig problemlos mit unserem Durango auf der Schotterpiste und wundern uns nach ca. 4 Meilen, warum zwei PKW am rechten Straßenrand parken. Nach einer Wegbiegung sehen wir warum: Der sonst ausgetrocknete Flußlauf des Buckskin Gulch führt bedingt durch ein Unwetter Tage zuvor Wasser und er liegt genau auf der zu passierenden Strecke. Nun sollte man meinen, dass ein Allradauto wie unser Dodge das problemlos schaffen würde, aber wir sind skeptisch. Die Schotterpisten bestehen hier vor allem aus rotem Sandstaub, dieser ergibt mit Wasser sofort einen derart zähen Schlamm, dem auch Allradfahrzeuge nicht gewachsen sind. Dies konnten wir schon den eindringlichen Warnungen unseres Reiseführers und der Schilder am Wegesrand entnehmen. ![]() Schotterpiste zum Trailhead zur Wave, der typische rote Boden / Sand wird nach Regen extrem schlammig. Wir überlegen hin und her und beschließen, den Wagen auch lieber stehen zu lassen, um dem Unglück mit unserer Windschutzscheibe nicht noch ein neues Unglück in Form eines in einem Schlammloch steckenden Autos hinzuzufügen. Dann geht es eben zu Fuß an der Straße weiter! Wir packen unsere Rucksäcke aus dem Auto. Es ist mal wieder sehr heiß und wir sind ein wenig demoralisiert: Erst der Schaden an der Windschutzscheibe, dann auch noch ein viel, viel längerer Fußweg als geplant. Egal: Für die Wave lohnt es sich, also los! Auf eine Mitfahrgelegenheit hoffen wir bei dieser einsamen Straße erst gar nicht. Gerade als wir abmarschbereit neben unserem Auto stehen, sehen wir plötzlich einen Pick-Up auf uns zukommen, wir rennen los und wollen sehen, ob dieser die kritische Passage schafft und wenn ja, wie und wo er da durch den Bach fährt. Die Fahrerin des Pick-Up ist Mitarbeiterin des für dieses Gebiet zuständigen BLM ("Bureau of Land Management"), ihr Pick-up passiert den Bachlauf problemlos. Wir halten sie an und fragen, ob sie glaubt, ob auch unser Durango es schaffen könnte. Sie ist sehr hilfsbereit, wendet sofort ihren Pick-Up und fährt erneut langsam durch den Bachlauf, damit wir noch einmal genau sehen können, wie tief der Schlamm ist. Das Wasser-Schlamm-Gemisch reicht dem Pick-Up so ca. 1/3 der Reifen hoch, die Dame glaubt, unser Auto müßte es eigentlich auch schaffen. Sie wartet netterweise, bis wir schließlich mit ein wenig Schlingern die Stelle glücklich passieren. Vielen Dank! Wir können nun problemlos den Ausgangspunkt unserer Wanderung mit dem Auto erreichen und sind heilfroh, dass uns einige sinnlose Meilen per pedes erspart geblieben sind. Es wäre noch viel weiter gewesen, als wir gedacht hätten. Für die Rücktour nehmen wir uns vor, nicht den gleichen Weg retour zu nehmen, sondern nach Süden auszuweichen, dort ist die Schotterstraße nicht mehr durch Bachdurchquerungen etc. kompliziert. Leider ist es über die südliche Route sehr weit, wir schätzen über 3 Stunden nach Page! Egal, Hauptsache, wir bleiben nicht stecken. Wie gut, dass wir aufgetankt haben. Das Benzin zumindest wird uns nicht ausgehen. Am Parkplatz zur Wave stehen denn auch wie erwartet nur zwei Geländewagen und ein kleiner herkömmlicher Pkw der Marke Toyota. Wir sind beeindruckt, wie hat denn der normale PKW das geschafft??? Der muß ja aus aus dem Süden gekommen sein, durch den Bach - never! Mittlerweile ist es schon 11:15 Uhr, wir befestigen das Permit wie vorgeschrieben gut sichtbar an unseren Rucksack und wandern mit unserem kleinem GPS-Gerät los. Das Gerät soll unseren Weg aufzeichnen und wir hoffen, dass es uns auf dem Heimweg hilft, den gleichen Weg zurückzufinden und wir uns in dem unübersichtlichem Gelände nicht verirren. Das BLM, das die Permit vergibt, händigt zwar gleichzeitig eine Wegbeschreibung mit Fotos aus, die den Weg zur Wave gut erläutert, jedoch ist alles nur in Richtung der Wave ausgerichtet und nicht für den Rückweg. Man darf nicht vergessen, dass die Landschaft beim Blick zurück komplett unterschiedlich aussieht und auf der weiten Hochebene mit so vielen Felsen, die sich alle irgendwie doch ähneln, wäre ich da sehr vorsichtig! Wir haben bei unserem ersten Besuch bei der Wave, wo wir kein GPS hatten, uns aus diesem Grund sehr oft umgedreht, genau die Landschaft studiert und viele Fotos gemacht (kann man dann ja auf dem Kamera-Monitor ansehen) und auch "Steinmännchen" zur Orientierung errichtet. Hat alles gut geklappt, war aufregend, aber wir haben uns nicht verirrt. Dieses Mal hoffen wir, dass uns das neue GPS-Gerät (Garmin Gecko 201) ein wenig Herzklopfen in dieser Angelegenheit ersparen wird. Der Weg zur Wave führt zunächst durch einen ausgetrockneten Flußlauf, anschließend kurz sehr steil ansteigend bis auf eine sandige Ebene, die uns zu einem Felsrücken hinführt. Diesem folgt man längsseitig, dabei immer direkt auf die Wave zugehend. Am Ende steht dann noch ein sehr steiler Anstieg direkt zur Wave an. Wenn kein Felsen unter den Füßen ist, dann ist alles sehr sandig und wir quälen uns mühsam durch teils knöcheltiefen Sand voran. Die Temperaturen erreichen mal wieder die 40°C, was alles nicht angenehmer macht. Auf der Hälfte des Weges treffen wir zwei junge Amerikaner, ihnen gehört der Toyota am Parkplatz. Sie sind am Vortag von dem plötzlichen Wasser auf der Schotterstrecke überrascht worden, was ihnen den Rückweg versperrte und sie haben daraufhin die Nacht am Auto verbracht. Sie fragen, ob die Situation sich schon gebessert habe. Wir empfehlen ihnen die südliche Alternativroute, von deren Möglichkeit sie nichts wußten (als wir abends am Parkplatz ankommen, steht ihr Auto nicht mehr dort). Nach 75 Minuten und 4,5 km (ein GPS-Gerät lohnt sich) sind wir am Ziel. Wir müssen uns erst einmal ausruhen, der ganze Weg lag in der prallen Sonne und wir sind k.o. Nur 75 Minuten, es fühlte sich an, als seien wir schon Stunden unterwegs. Doch der Anblick der tollen Felsen mit den schönen Farben und der vollendeten Symmetrie läßt die Strapazen sehr schnell vergessen. Die Kamera läuft heiß und ein Foto nach dem anderen wird verknipst. Durch das bereits beschriebene Permitsystem dürfen zur Schonung dieses Naturwunders nicht mehr als 20 Personen am Tag zur Wave, und so hält sich der Touristenansturm in angenehmen Grenzen. Am Ende sind wir ganz alleine dort und genießen es sehr. Der Sandstein ist sehr weich und empfindlich und so ist eine Besucherbeschränkung notwendig, wenn man die Schönheit dieser Gegend für die nächste Zeit erhalten will. Und hier endlich ein paar Fotos: ![]() ![]() ![]() Viele Grüße! Um 15:30 Uhr ziehen sehr dunklere Wolken auf und wir beschließen, den Heimweg anzutreten. Auf ein Unwetter in dieser Einöde haben wir wirklich keinerlei Lust. Außerdem wollen wir nicht riskieren, dass ein Regenschauer die Straße womöglich vollends unpassierbar macht und wir auch noch im Auto nächtigen müssen. Es fällt aber sehr schwer, sich loszureißen, alles sieht so phantastisch aus, dass man sich nicht sattsehen kann. Also noch ein paar letzte Fotos..... Hoffentlich können wir noch einmal wiederkommen. Der Rückweg ist problemlos, das GPS-Gerät eine große Hilfe, wir folgen einfach nur der angezeigten Kompaßnadel, die uns auf dem Kurs des Hinweges hält und tatsächlich, nach genau 75 Minuten stehen wir wieder an unserem Auto. Wir beschließen, bevor wir den riesigen Umweg über die südliche Route in Angriff nehmen, zunächst doch noch einmal die Stelle der Flußdurchquerung anzusehen, vielleicht hat die Sonne ja ein wenig das Wasser verdunsten lassen und den Schlamm getrocknet? Umkehren und nach Süden ausweichen können wir ja noch immer. Nach kurzer Fahrt sehen wir ein Ehepaar, beide so um die 55 Jahre alt, die Straße entlang gehen, die beiden sind uns auf dem Hinweg zur Wave bereits entgegengekommen und das war bereits um ca. 12:15 Uhr gewesen! Nun ist es schon kurz vor fünf Uhr. Sie müssen nun schon seit fast fünf Stunden zu Fuß unterwegs sein, die Armen! Sie sind sichtlich erfreut, uns zu sehen und wir nehmen sie gerne in unserem Durango mit. Wir erfahren, dass sie mit ihrem normalen PKW am Morgen losgefahren sind und am Flußlauf bereits auf ein Ehepaar mit ebenfalls konventionellem PKW trafen, deren PKW im Schlamm des Flußbettes richtig feststeckte. Daraufhin drehte unser Ehepaar um, fuhr zur Ranger-Station und der Ranger kam mit einem riesigen Fahrzeug und schleppte den PKW aus dem Schlamm heraus. Vor lauter Aufregung hatten sich die armen Besitzer des festsitzenden Autos auch noch ausgesperrt, so dass sogar noch eine Scheibe eingeschlagen werden mußte, damit sie abgeschleppt werden konnten.... Was für ein Pech!! Unser Ehepaar hat dann natürlich das eigene Auto sicherheitshalber vor dem Bachlauf stehen gelassen und sich per pedes auf den weiteren Weg gemacht. Am Flußlauf angekommen sahen wir schon von weitem, dass die Sonneneinstrahlung das Flußbett und den Schlamm schon etwas angetrocknet hatte und die Sitution sich im Vergleich zum Vormittag deutlich entspannt hatte. Zusammen mit dem Ehepaar aus New Hampshire (welches zur Not ja noch einmal hätte Hilfe holen können) passieren wir völlig problemlos die kritische Stelle. Seufzt.... Wir sind erleichtert, dass uns ein Umweg von über 100 Meilen für die südliche Alternativroute erspart geblieben ist und wir nicht doch noch abgeschleppt werden mußten. Die Frontscheibe saß auch noch gut, einige der Risse hatten sich jedoch leicht vergrößert. Im Hotel angekommen haben wir dann gleich bei Dollar Rent-a-Car unter der Nummer angerufen, die uns der freundliche Herr im Parkhaus in Las Vegas noch mit auf den Weg gegeben hatte, wenn wir mal ein Problem mit dem Auto hätten. Überrascht hörten wir - nach endlosem Verweilen in der Warteschleife - von einer freundlichen Stimme vom Band, dass wir außerhalb der Geschäftszeiten anriefen, jedoch könnte man im Notfall auch eine Nachricht auf dem Band hinterlassen, man würde sich innerhalb von 48h melden, garanteed!!! Wir hinterlassen eine Nachricht und sind baff, wir haben ja zum Glück kein schwerwiegendes Problem, aber was ist, wenn wir nun auf dem Highway stehen und nichts geht mehr??? Sollen wir dann 48h warten, bis Dollar sich meldet??? Wir durchsuchen alle Unterlagen die wir erhalten haben, hier finden wir den nützlichen Hinweis, dass man Schäden unverzüglich melden muß, eine Telefonnummer, Faxnummer etc. hierfür aber Fehlanzeige! Wir sind sprachlos, Dollar ist nicht wirklich zu empfehlen! Als wir bei Hertz gemietet hatten, hatten wir immer ganz viele Notrufnummern in die Hand gedrückt bekommen. Zum Glück haben wir ja Wireless-Lan im Hotel, hier können wir schließlich über die Homepage der Firma Dollar doch noch eine 24h Notrufnummer ausfindig machen. Telefonisch erfahren wir folgendes: Wir sollten das Auto zur nächsten Dollar-Vertretung bringen, diese gibt es natürlich nicht in Page und auch nicht in der nähreren Umgebung. Wir einigen uns schließlich darauf, das Auto zunächst weiterzufahren und auf dem Weg nach Los Angeles bei der nächsten Dollar-Station umzutauschen. Sollte sich der Schaden nicht vergrößern, möchten wir natürlich ungerne nach Las Vegas oder Phoenix zurückfahren, nur um das Auto zu tauschen, das kostet mindestens einen wertvollen Urlaubstag! Nach einem kurzem Besuch im hoteleigenen Swimming-Pool beschließen wir, den Abend mit einer kleinen Fast-Food-Einlage (Taco Bell, in Erinnerung an Euch, liebe Sandra und Michael) zu beenden, da wir schrecklich müde sind und schnell ins Bett wollen. Morgen raften wir auf dem Colorado (Stromschnellen sind bei dieser Tour auf dem Colorado bei Page nicht dabei, Joachim findet dies sehr schade, ich finde das eigentlich ganz okay....) Wir berichten... | |
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