Donnerstag, 06.09.2007

Bye, bye Page!
Uns hat es in Page gut gefallen. Der Ort ist zwar nicht hübsch, hat aber alles was man so braucht, viele Motels etc. mit guten Preisen und v.a. eine atemberaubende Landschaft rings herum.
Unser Hotel ist mittlerweile fest in deutscher Hand, beim Frühstück saßen nur noch Deutsche im Raum. Bevor wir heute weiter nach Springdale in Utah fahren wollen, haben wir noch zwei Programmpunkte in Page: Nochmals zum "Horseshoe Bend", da vor drei Tagen am Abend die Sonne so tief stand, dass man die schöne Aussicht nicht richtig genießen konnte und natürlich zum "Upper Antilope Canyon".
Der Horseshoe Bend ist eine Schleife im Colorado, über einen kurzen Fußweg (ca. 3/4 Meile) kann man ihn problemlos über einen kleinen Parkplatz direkt an der I-89 südlich von Page erreichen. Gestern sind wir hier mit dem Raft vorbeigefahren, wenn man im Boot sitzt merkt man erstaunlicherweise den Bogen gar nicht  richtig, man sieht nur wenn man genau hinsieht oben am Rand ganz klein die Besucher stehen.

Horseshoe Bend Colorado River bei Page, Az.
Der "Horseshoe Bend" des Colorado südlich von Page


Danach geht es zu einem der Highlights auf die ich mich sehr gefreut habe: Upper Antilope Canyon! Den Schwester-Canyon "Lower Antilope" hatten wir ja bereits am 03.09. besucht und da haben wir ja auch schon etwas über die Besonderheiten dieser Canyons geschrieben. Der Upper Antilope ist zwar nicht besonders lang, aber hoch (Wände bis 40m) und hat in den Sommermonaten um die Mittagszeit Lichtkegel die durch die Lücken malerisch in den Canyon fallen. Diese findet man im Lower Antilope Canyon nicht. Im September sind diese Lichtstrahlen nur für ca. eine Stunde zu sehen. Wir wußten nicht genau, wann dies sein würde und sind lieber rechtzeitig zum Parkeingang gefahren. Für die Navajo-Indianer auf deren Stammesgebiet die Canyons liegen, sind die Antilope Canyons und insbesondere der beliebte Upper Canyon "big business". Sie empfehlen uns die Tour um 11:00.

In Page kann man  an jeder Ecke Touren zum Canyon buchen, aber dies ist nicht wirklich nötig. Besser ist es, direkt mit dem Auto an den Parkplatz an den Antilope Canyons zu fahren und von dort eine der obligatorischen Touren zu buchen. Ohne "Führung" ist der Eintritt verboten und wäre darüber hinaus auch sehr mühsam, da im Gegensatz zum Lower Canyon der Upper ca. 3 Meilen tiefe Sandpiste vom Parkplatz entfernt liegt. Die gebuchte Tour beinhaltet dann auch eine Jeep-Fahrt zum Canyon-Eingang.

Pickup zur Fahrt zum Upper Antilope Canyon
Gut festhalten! Mit diesem Oldtimer geht es über eine tiefe buckelige Sandpiste zum Eingang des Upper Antilope Canyons


Normalerweise dauert der Aufenthalt im Canyon eine Stunde, danach muß man mit dem Truck wieder zurückfahren. Wir buchen eine "Fotographen-Tour", die sich eigentlich nicht von den anderen Touren unterscheidet, mit dem Unterschied, dass man zwei Stunden bleiben darf.  Bei unserem letzten Besuch fanden wir eine Stunde viel zu wenig und beschließen den Aufpreis zu bezahlen.

Der Eingang des Canyons sieht völlig unspektakulär aus. Kletteraktionen wie im Lower Antilope sind nicht erforderlich, man geht ebenerdig hinein, der Canyon wird an keiner Stelle richtig eng und der Boden ist die ganze Zeit flach. Die einzige sportliche Betätigung, die man vollbringen muß, ist sich auf der Ladefläche des Pick-Ups festzuhalten, damit man nicht bei der holperigen Fahrt auf der Strecke bleibt!

Eingang zum Upper Antilope Canyon
Eingang des Upper Antilope Canyon

Schon wenige Meter hinter dem Eingang wird es spektakulär und es entsteht der erste Besucherstau, da alle Besucher staunen und hingerissen ihre Kameras zücken. Aaaahh.... Wir hatten eigentlich das Gefühl, dass heute  ein ruhiger Tag mit relativ wenig Besuchern ist (zumindest verglichen mit den Automassen, die am Montag an dem Parkplatz standen!), trotzdem ist es im Canyon unangenehm überlaufen. Alle wollen die atemberaubenden Lichtstrahlen sehen, die der so und so schon irrealen Umgebung vollends einen überirdischen Touch geben. Die indianischen Führer bemühen sich ihre Gruppen von ca. 12-15 Mann geordnet durch die einzelnen Abschnitte des Canyons zu lotsen und geben reichlich Tipps für den schönsten Winkel zum Fotographieren. Außerdem werfen sie immer ordentlich Sand vom Boden in die Luft, damit die Lichtkegel noch deutlicher zu sehen sind.

Lichtkegel im Upper Antilope Canyon

Joachim im Upper Antilope Canyon
"Beam me up!"


Wir kommen bald nicht mehr mit dem Tempo unserer Gruppe mit und versuchen jeweils zwischen zwei Gruppen von Touristen in aller Ruhe uns umzuschauen und zu fotographieren. Im Canyon ist es relativ dunkel, Blitzen ist nicht sinnvoll (die schönen Farben verblassen und man kann so und so nur die jeweils nächste Umgebung aufhellen), so dass man lange Belichtungszeiten benötigt. Das heißt, Stativ aufbauen und hoffen, dass nicht in den 10-30 Sekunden erforderlicher Belichtungszeit jemand durchs Bild läuft oder das Stativ umwirft. Dieser Canyon ist ein Fotographentraum! Egal, wohin man fotographiert, man erhält auch als "Greenhorn" ein geniales Bild (sofern man nicht verwackelt).
Hier eine kleine Auswahl:

Upper Antilope Canyon 1

Upper Antilope Canyon 2

Der Sandstein ist so wunderschön geschliffen, dass man fast vergißt welch groben Kräfte dies geschaffen haben. Beim Blick nach oben erkennt man in einiger Höhe eingeklemmte Baumstämme und Äste, die von den Sturzfluten in den Canyon geschleudert wurden und nun festklemmen.

Reste einer Flash-Flood im Antilope Canyon

Unsere Führerin erzählt uns, dass vor 10 Tagen eine 5m hohe Flash-Flood durch den Canyon gerast ist und der Canyonboden um ca. 60cm ausgewaschen wurde. Wir sind beeindruckt.

Da außer uns keiner eine längere Tour gebucht hat, sind wir von unserer Gruppe nach einer Stunde alleine übrig. Wir sollen uns in einer weiteren Stunde bei den Pick-Ups melden für die Rückfahrt bei einer anderen Gruppe, da aber zu diesem Zeitpunkt keine Plätze frei sind, dürfen wir noch eine weitere halbe Stunde bleiben. Insgesamt waren wir so 2,5h im Canyon, am Ende waren so wenige Besucher da, dass wir tatsächlich uns alles in Ruhe alleine ansehen konnten und mit unserer Kamera fotographieren konnten. Was für ein Glück. Die spektakulären Lichtkegel waren um kurz nach 12:00 Uhr zwar tatsächlich nicht mehr zu sehen, trotzdem war der Canyon noch wunderschön.

Bevor wir die 120 Meilen fahrt nach Springdale in Angriff nehmen, beschließen wir noch ein Mittagessen in Page  (bei Denny´s, die überreichen uns bald einen Orden für treue Kunden...) zu tätigen. Anschließend nutzen wir noch einmal die vorzügliche Infrastruktur von Page und kaufen  bei "Safeway" ein wenig Proviant für die nächsten Tage und v.a. für die morgige Wanderung ein. "Safeway" hat oft auch einen "Starbucks", so auch in Page, so dass  ein starker Kaffee für die Fahrt noch schnell organisiert ist.

Wir verlassen Page über die I-89 Richtung Kanab, passieren ohne ein weiteres Unglück die Stelle wo uns vor zwei Tagen die Windschutzscheibe zersprungen ist und biegen nach Kanab Richtung Zion Nationalpark ab. Die Gegend hier ist sehr schön, grüne Wiesen und wir sehen einige Farmen, die Bed-und-Breakfast, sowie Ranch-Urlaub incl. Reiterferien offerieren. Dies ist in dieser idylischen Landschaft bestimmt eine tolle Sache.

Um nach Springdale zu kommen, muß man bereits den Zion Nationalpark durchqueren. Wir erreichen den Osteingang des Parkes und zahlen 25 Dollar Eintrittsgebühr (gilt für 7 Tage). Die Preise bei den Nationalparks sind innerhalb eines Jahres deutlich teurer geworden! Egal, Zion ist einer unserer Favoriten unter den Nationalparks und die schmale Straße windet sich dann auch durch eine bizarre Felsenlandschaft durch den Park. Die Sandsteinfelsen leuchten in der untergehenden Sonne.

Zion-Mt.Carmel Highway
Zion Nationalpark: Bizarre Sandsteinfelsen und grüne Bäume sind eine tolle Kombination

Wir verlassen den Park am Südausgang und erreichen Springdale, ein Ort, der sich direkt an die Parkgrenze anschließt. Bevor wir jedoch endgültig in den Ort fahren, besuchen wir noch kurz das obligatorische Visitor-Center im Park, wir wollen wissen, wie die Wettervorhersage für morgen wird, bevor wir die Wanderung unternehmen wollen. Das Büro ist geschlossen, aber durch das große Schaufenster sehen wir keine Wetterwarnung an der Wandtafel gegenüber angeschlagen. Auf dem Parkplatz treffen wir ein junges Päarchen, die die Wanderung zu den "Narrows" heute gemacht hat. Sie sind völlig begeistert.

Da man für diese Wanderung durch einen Fluß laufen muß, fahren wir wie zuvor im Internet recherchiert zu einem Ausrüster in Springdale der spezielle Schuhe und Neoprensocken verleiht. Dort angekommen ist alles sehr professionell: Erst gibt es eine Videovorführung, was uns auf der Wanderung erwartet, danach werden die Socken und Schuhe angepasst. Ein großer Holzstock gehört auch zum Equipment, den braucht man, damit man sich auch mal im Wasser abstützen kann. Ich leihe noch eine wasserdichte Tasche für meine Kamera, die man sich bequem umhängen kann, einen 10l wassserdichten Sack für den Rest unserer Sachen haben wir schon in Las Vegas gekauft, der kommt in den Rucksack. Da kann dann auch nichts mehr schiefgehen, wenn man ein unfreiwilliges Bad nehmen muß!

Das Best Western Hotel ist spitze. Aus unerfindlichen Gründen hat sich auch über Nacht der Zimmerpreis nach unten verändert, so dass wir mit unserem AAA-Discount (über den ADAC) nun insgesamt pro Nacht 20 Dollar sparen. Umso besser.
Bei angenehmen 25°C sitzen wir bis um 21:30 im hoteleigenen Freiluft-Whirlpool und freuen uns auf morgen. 




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